Gold wird auch 2016 nicht glänzen

2015 war kein gutes Gold-Jahr. Zwar lässt sich eine gewisse relative Stärke im Vergleich zu den anderen Rohstoffen ausmachen, allerdings bleibt unterm Strich bis dato ein Minus von 10%. Damit ist der Goldpreis das dritte Jahr in Folge gefallen und liegt etwa 45% unter seinem Allzeithoch aus dem Jahr 2011.

Neben der US-Dollar-Stärke, dem rückläufigen Investoreninteresse und der überschaubaren Inflationsentwicklung war zuletzt vor allem die Erwartung steigender US-Zinsen ausschlaggebend für die negative Preisentwicklung. Ein anziehendes Zinsniveau macht Gold im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren uninteressanter. Der unseres Erachtens im Dezember bevorstehende Zinsschritt in den USA findet daher eine hohe Aufmerksamkeit bei Goldanlegern.

Wir haben einen Blick in die Vergangenheit geworfen und festgestellt, dass der Goldpreis in den letzten sechs Zinsanstiegszyklen im Durchschnitt leicht anstieg. So zog die Goldnotiz sechs Monate nach vollzogener Leitzinswende um durchschnittlich 3% an.

Dennoch sehen wir einige Gründe, die im Jahr 2016 dagegen sprechen, dass der Goldpreis dem historischen Muster folgt. Erstens ist die historische Vergleichbarkeit limitiert. Die Zinsen verharrten in den letzten Jahren über einen sehr langen Zeitraum auf einem extrem niedrigen Niveau. Eine solche Phase sucht man in der Historie vergeblich. Daher ist auch anzunehmen, dass der Goldpreis anders als in den Vorperioden auf den bevorstehenden Zinsanstieg reagieren wird. Zweitens waren nach oben gerichtete Zinswenden in der Vergangenheit oftmals auch von der Erwartung eines spürbaren Inflationsanstiegs gekennzeichnet. Dies ist im aktuellen Umfeld nicht der Fall. Drittens half in der Historie oftmals auch ein schwächerer US-Dollar dem Goldpreis auf die Beine. Mit Blick auf 2016 erwarten wir eine fortgesetzte US-Dollar-Stärke, die vor dem Hintergrund der divergierenden Zinsentwicklung in den USA und Europa besonders ausgeprägt im Vergleich zum Euro ausfallen wird.

Unverändert prognostizieren wir einen unter die Marke von 1.000 US-Dollar fallenden Goldpreis. Vor dem Hintergrund der seit Jahresbeginn enttäuschenden Nachfrageentwicklung und der sehr ausgeprägten US-Dollar-Stärke, haben wir unsere Zwölfmonatsprognose marginal auf 950 US-Dollar abgesenkt.

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Ein Kommentar

Andin Diemer

Endlich mal ein sehr, sehr guter Beitrag

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