Die geldpolitische Welt hat sich nicht verändert.

Die EZB hat mit ihren gestrigen Entscheidungen ihre Politik nicht grundlegend verändert. Es werden weiterhin Anleihen gekauft. Es werden sogar für einen längeren Zeitraum Anleihen gekauft, so dass das Aufkaufvolumen auf mindestens 1500 Mrd Euro ansteigt. Zudem wurden die Zinsen weiter gesenkt – der Einlagensatz liegt nun bei -0,3%.

Wenn sich nicht viel verändert hat und die monetäre Lockerung sogar noch ausgeweitet wurde, warum kam es dann zu dieser heftigen Marktreaktion? Letztendlich war es ein Kommunikationsdesaster. Die EZB hat die ins Kraut schießenden Erwartungen, die sie seit der letzten Ratssitzung im Oktober geschürt hatte, nicht gebremst, sondern immer weiter laufen lassen. Ob dies mit Absicht geschah oder nicht, kann man nicht sagen. Aber die Marktreaktionen zeigen deutlich, wie groß die Enttäuschung der Marktteilnehmer ist.

Dennoch: Die Geldpolitik ist mit den gestrigen Entscheidungen noch lockerer geworden. Damit hat sich das Marktumfeld nicht verändert, so dass sich die gestrigen Marktreaktionen auch als überzogen herausstellen dürften. Es sollte somit nicht überraschen, wenn die Aktien- und Anleihemärkte in den nächsten Wochen wieder auf die erreichten Stände steigen.

Für die Finanzmärkte ist es aber durchaus gesund, wenn eine Zentralbank mal überrascht. Damit lassen sich ähnliche Reaktionen in der Zukunft zumindest teilweise verhindern. Die Spielräume der Geldpolitik steigen damit.

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