US-Jobmotor läuft weiter rund, positive Bilanz für 2015

Auch wenn sich im November das Tempo der Jobmaschine in den Vereinigten Staaten wieder verlangsamte, so hat sich doch die Zahl der Beschäftigten deutlich um 211.000 Personen gegenüber dem Vormonat erhöht. Zudem wurde der Stellenaufbau der beiden Vormonate nach oben revidiert, dies zeigt der heute veröffentlichte offizielle Arbeitsmarktbericht. Für die amerikanische Zentralbank dürfte damit die Ampel für eine erste Zinserhöhung im Dezember endgültig auf Grün gesprungen sein. Auch der Blick auf die Details der November-Daten lässt keinen wirklichen Makel an der Arbeitsmarktentwicklung erkennen. Obwohl das verarbeitende Gewerbe weiterhin nur schwache Zahlen liefert und in der Ölindustrie das Streichen von Stellen noch anhält, lieferten die güterproduzierenden Unternehmen insgesamt einen positiven Beitrag. Für ein kräftiges Plus sorgte erneut die Bauwirtschaft, da allein in dieser Branche fast 50.000 neue Stellen entstanden.

Angesichts der kräftigen Beschäftigungsdynamik wäre der Fall der Arbeitslosenquote unter die 5‑Prozent‑Marke keine allzu große Überraschung gewesen. Dass dieser ausgeblieben ist, liegt an dem deutlichen Anstieg des Arbeitskräfteangebotes: Im November wuchs das Angebot immerhin um 273.000 Personen. Ungefähr zwei Drittel davon dürfte aus Rückkehrern bestanden haben, die während der Krise entmutigt die Arbeitssuche aufgegeben hatten.

Für das Jahr 2015 kann damit bereits eine positive Bilanz für den US-Arbeitsmarkt gezogen werden. Denn selbst wenn im Dezember die Zahl der Beschäftigten stagnieren sollte, was keineswegs zu erwarten ist, dann kann bereits jetzt festgestellt werden, dass sich der US‑Jobmotor 2015 schneller gedreht hat als im Vorjahr. Während schon 2014 die Zahl der Beschäftigten deutlich um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegte, so ist im zu Ende gehenden Jahr sogar mit einer Steigerung um 2,1 Prozent zu rechnen. Ermöglicht haben dies die Dienstleistungsunternehmen, bei denen ein Zuwachs von rund 2,5 Prozent verzeichnet wurde. Eine ähnlich starke Rate wurde zuletzt im Jahr 2005 erreicht.

Die am aktuellen Rand verschlechterten Stimmungsindikatoren nähren unterdessen den Verdacht, dass der US-Arbeitsmarkt im kommenden Jahr nicht mit einer ähnlich hohen Beschäftigungsdynamik aufwarten kann, auch wenn sich der Stellenaufbau weiter fortsetzen dürfte. Die 5-Prozent-Marke wird von der Arbeitslosenquote im kommenden Jahr aber mit hoher Wahrscheinlichkeit unterschritten.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *