DAX: der Ast, auf dem wir sitzen

Auch zum Wochenschluss wirkte die Enttäuschung der Investoren gegenüber der geldpolitischen Ankündigung von Mario Draghi am Donnerstag nach. Zunächst belastete ein fortgesetzter Angebotsüberschuss die Kursentwicklung beim deutschen Blue-Chip-Index. Erst die besser als erwarteten US-Arbeitsmarktdaten und eine sich stabilisierende Wall Street verringerten am Nachmittag das Tagesminus beim DAX deutlich. Die Tageskerze bekam dadurch einen günstiger zu interpretierenden längeren „unteren Schatten“.

Die im Zusammenhang mit der erst am Donnerstag durchbrochenen 200-Tage-Linie um 11.085 Punkte abzuleitenden Anschlussrisiken bis zur charttechnischen Unterstützungszone zwischen 10.600 und 10.510 Punkten wurden am Freitag noch nicht erreicht. Quantitativ stellt sich sogar mit Kursen oberhalb des 38,2%-Fibonacci Retracement der Zugewinne seit Ende September um 10.625 Punkte noch ein mittelfristig dynamisch intakter Aufwärtstrend beim DAX dar. Ausgehend von der bislang erfolgreichen Verteidigung der Unterstützungszone und mit Blick auf die kurzfristig markant „überverkaufte“ Situation (siehe „Projection Oscillator“ in der Grafik), bietet sich zum Wochenbeginn die Chance auf eine fortgesetzte Stabilisierung bis zunächst in den Bereich der 200-Tage-Linie.

Erst wenn die Unterstützungszone zwischen 10.600 und 10.510 Punkten durchbrochen wird, sollte die Erwartungshaltung einer fortgesetzten „Jahresendrally“ hinterfragt werden. Im übergeordneten Kontext steht dabei recht viel auf dem Spiel. Seit der Finanzkrise von 2008 hat sich ein stark liquiditätsgetriebener Aktienmarkt etabliert. Ein nachhaltiger Vertrauensverlust in diesen politisch induzierten „Bullenmarkt“ würde erhöhte Crash-Risiken heraufbeschwören. Noch sehen wir den DAX jedoch zumindest saisonal betrachtet als gut unterstützt an.

1. Widerstand 11.085 / 2. Widerstand 11.430

1. Unterstützung 10.600 / 2. Unterstützung 10.510

TAnalyse-2015-12-07

 

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