Aktienmärkte und Notenbanken – sie können nicht voneinander lassen

Das fundamentale Umfeld für die Aktienmärkte hat sich zuletzt nicht günstig entwickelt. Die Daten zur außenwirtschaftlichen Entwicklung Chinas haben enttäuscht und auch die Konjunkturdaten aus Deutschland lagen unter den Erwartungen. Zudem setzt die deutsche Euro-Aufwertung den europäischen Aktienmärkten zu, damit die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität der europäischen Unternehmen verringert wird. Die Aufwertung des Euro könnte sich auch noch weiter fortsetzen. In der kommenden Woche dürfte die amerikanische Notenbank die Zinsen anheben, die in der Geschichte der Notenbanken längste und beste vorbereitete Zinswende. Es gibt eigentlich kaum Zweifel, dass die Fed diese Zinswende vollzieht. Umso wichtiger wird es aber sein, was die Fed Vorsitzende Frau Yellen zum weiteren Ausblick sagen wird.

Hier gibt es aus meiner Sicht wiederum Überraschungspotenzial. Aktuell verläuft die US-Konjunktur eher schleppend und der Inflationsausblick hat sich wegen den weiter fallenden Ölpreisen aufgehellt. Entsprechend sollte es nicht überraschen, wenn die weitere Zinspolitik sehr vorsichtig ausgestaltet werden wird und weitere Zinsanhebungen nicht fest angekündigt werden, sondern von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig gemacht werden. Bei der aktuellen Datenlage könnten dann schnell einige Zinsschritte in 2016, die bislang erwartet wurden, vom Radar verschwinden .
Dies dürfte zwar zu einem gewissen Aufwertungsdruck beim Euro führen. Jedoch sollte die Aussicht auf eine weiterhin sehr lockere Geldpolitik in den USA die Aktienmärkte stützen. Zudem sollten die Erwartungen hinsichtlich einer weiteren Lockerung der Geldpolitik der EZB weiter zunehmen, was sich ebenfalls günstig auswirken sollte. Somit liegt auch weiterhin die Entwicklung der europäischen Aktienmärkte hauptsächlich an den Entscheidungen der Notenbanken. Fundamental ist das Aktienmarktumfeld dagegen weiterhin mehr als fragil.

 

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