EWU-Einkaufsmanagerindizes im Dezember: Solides Jahresende

Die Einschätzungen der Einkaufsmanager im Euro-Raum zur Geschäftsentwicklung im Dezember haben sich gegen über dem Vormonat leicht eingetrübt, der Gesamtindex sank von 54,2 auf 54,0 Indexpunkte. Insgesamt beendet der Euro-Raum das Schlussquartal 2015 dennoch erfreulich: Durchschnittlich notierte der Gesamtindex so hoch wie seit dem zweiten Quartal 2011 nicht mehr. Eine Abschwächung der Konjunkturdynamik ist daher nicht zu erwarten.

Während der Index für den Dienstleistungsbereich leicht nachgab, verbesserte sich die Stimmung in der Industrie und erreichte im Dezember ein 20-Monatshoch. In beiden Sektoren wurden Zuwächse bei der Auftragsentwicklung vermeldet, was in der Folge zu einem starken Beschäftigungsanstieg führte. Im Industriebereich fällt dieser etwas gedämpfter aus als im Servicebereich.

In Deutschland büßte der Gesamtindex 0,3 Punkte ein und steht aktuell bei 54,9 Indexpunkten. Damit schließt die deutsche Volkswirtschaft das vierte Quartal insgesamt recht erfreulich ab. Gemessen am Quartalsdurchschnitt ist es sogar das beste Ergebnis seit eineinhalb Jahren. Für das Wirtschaftswachstum im Schlussquartal 2015 kann auf Basis der Umfragedaten damit gerechnet werden, dass die Zuwachsrate 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal überschritten wird. Im Dezember ging es bei den Dienstleistern minimal nach unten, während der Index für die Industrie leicht zulegen konnte. Insgesamt vermeldeten die Einkaufsmanager im Dienstleistungsbereich und in der Industrie ein leicht rückläufiges Geschäfts- bzw. Produktionswachstum, der Zuwachs bei den Neuaufträgen war zwar auch etwas niedriger als im November, aber noch immer kräftig.

Die französischen Daten haben im Dezember wieder einmal enttäuscht. Der Gesamtindex gab von 51,0 auf 50,3 Punkte deutlich nach und bleibt nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Maßgeblich war der Dienstleistungsbereich für den Rückgang verantwortlich. Die Messzahl für die französischen Dienstleister liegt nur noch bei 50 Punkten und signalisiert damit Stagnation im für Frankreich wichtigen Servicebereich. Geringere Geschäftstätigkeit nach den Anschlägen von Paris war ein wichtiger Faktor für den schwachen Dienstleistungsindex. In der Industrie hellte sich die Stimmung zum Jahresende dagegen um einen Punkt auf 51,6 Punkte auf. Dennoch, das Jahr 2015 endet für die französische Privatwirtschaft sehr durchwachsen. Eine Beschleunigung der bisher auch nur moderaten Konjunkturentwicklung in den nächsten Quartalen ist auf Basis der recht schwachen Umfragedaten gerade aus dem Servicebereich kaum zu erwarten.

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