Endlich! – Fed – Leitzinsanhebung

Die Ergebnisse der gestrigen FOMC-Sitzung wurden mit Spannung erwartet, wenn auch inzwischen weitgehend antizipiert. Wir hatten schon seit einiger Zeit den Dezember-Termin für den ersten Leitzinsschritt seit Ende 2008 erwartet. Die Stellungnahme und die „Dot-Plots“, in denen die Leitzinserwartungen der FOMC-Mitglieder dargestellt werden, enthielten keine große Überraschung. Insgesamt scheint sich die Fed mit ihrem aktuellen Kurs wohl zu fühlen, dennoch benutzte Fed-Chefin Yellen neben „zuversichtlich“ oft Worte wie „bedacht“, „schrittweise“ oder „flexibel“ wobei sie es aber auch vermied, einen klaren „Yellen-Put“ für die Anleger zu formulieren. In Summe bleibt die Fed damit weiterhin auf einem dovishen Kurs.

Verglichen mit den Schätzungen vom September blieb die mittlere Prognose für die Fed-Funds-Rate für Ende 2016 stabil bei 1,375%. Die Prognose für Ende 2017 hat sich jedoch etwas verringert, von 2,625% auf 2,375%. Die langfristige Schätzung wurde ebenfalls nach unten korrigiert, von 3,75% auf 3,50%. Hier muss beachtet werden, dass sich die Zusammensetzung des FOMC und damit auch die „Dot-PLots“ im kommenden Jahr ändern könnten. Zwar hat Yellen in der Pressekonferenz betont, dass sie eine anhaltende Verbesserung insbesondere der Qualität des Arbeitsmarktes erwartet, hat aber auch die Risiken herausgestrichen, die von einem zu hohen Außenwert des US-Dollars und den Wechselwirkungen der Entwicklung in den Schwellenländern und dem Kurs der anderen Zentralbanken ausgehen.

Unter Berücksichtigung der nationalen und internationalen Bedingungen, einschließlich der US-Inflation, die im Moment als noch zu niedrig gesehen wird, kommt das FOMC aber zu dem Schluss, dass die Risiken derzeit ausgeglichen sind. In Bezug auf die Reinvestition der US-Treasuries und MBS-Bestände aus dem QE-Programm, wurde mitgeteilt, dass dies auch weiterhin durchgeführt wird, um akkommodierende finanzielle Bedingungen für die Unterstützung des wirtschaftlichen Aufschwungs zu erhalten. Insgesamt bleibt die Ausrichtung der Fed also weiter sehr expansiv. Zukünftige Änderungen der Federal-Funds-Rate werden datenabhängig sein und man geht davon aus, dass eine nur schrittweise und auch nicht mechanische Erhöhung angemessen sei. Yellen hat ebenfalls darauf hingewiesen, dass man mit einer Verzögerung des ersten Schrittes riskiert hätte, dass später noch aggressivere Maßnahmen nötig gewesen wären, die schwerwiegendere Folgen für die Märkte gehabt hätten.

Wir erwarten, dass die Fed an ihrem Erhöhungskurs festhalten wird, wobei wir aufgrund der Risiken eher von der Möglichkeit eines langsameren denn eines schnelleren Kurses als bisher vorgesehen ausgehen.

 

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