Ein Weihnachtsgeschenk der BoJ?

Die japanische Zentralbank hat auf ihrer jüngsten Sitzung einige Änderungen an ihrem Wertpapierankaufprogramm beschlossen. Um es vorwegzunehmen: Eine Ausweitung des Expansionsgrades ist mit den Beschlüssen nicht verbunden. Vielmehr soll die Geldbasis weiterhin um 80 Billionen JPY pro Jahr ausgeweitet werden. Dies stellte Notenbankchef Kuroda auf der anschließenden Pressekonferenz noch einmal deutlich heraus.

Eine wichtige Modifikation betrifft die durchschnittliche Restlaufzeit der von der Notenbank erworbenen Staatsanleihen. Diese soll ab dem neuen Jahr von derzeit sieben bis zehn Jahren auf bis zu zwölf Jahre ausgedehnt werden. Damit reagiert die BoJ vorrangig auf die mangelnde Verfügbarkeit von Wertpapieren mit kürzeren Laufzeiten.

Die Ankäufe von Aktien über Exchange-Traded Funds (ETFs) sollen zwar um 300 Mrd. JPY verstärkt werden. Eine tatsächliche Ausweitung der Ankäufe stellt jedoch auch diese Maßnahme nicht dar. So werden dadurch lediglich Aktienverkäufe an anderer Stelle, die ab April 2016 in vergleichbarer Höhe angegangen werden sollen, kompensiert.

Nach einer ersten „euphorischen“ Reaktion kehrte an den Finanzmärkten – durchaus verständlich – rasch Ernüchterung ein. Der japanische Aktienmarkt verliert gegenüber dem Zeitpunkt vor Verkündung der Entscheidung rund 2%. Der Yen kann gegenüber dem US-Dollar etwa 0,5% zulegen. Dollar-Yen liegt derzeit knapp unter der Marke von 122 JPY, nachdem unmittelbar nach der BoJ-Entscheidung zeitweise Kurse von über 123,50 JPY erreicht wurden.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Bank of Japan die Marktteilnehmer zwar damit überrascht hat, dass etwas gemacht wurde. Allerdings sind die Änderungen lediglich der Versuch, die bereits bestehenden Maßnahmen länger durchhalten zu können. Neue Impulse gehen von der jüngsten Zentralbanksitzung demnach nicht aus. Zwei Punkte sind dennoch erwähnenswert. Zum einen fiel die Entscheidung nicht einstimmig. Drei der Mitglieder des Gremiums votierten gegen die Änderungen. Zum anderen dürfte dies nicht der Startschuss für eine zeitnahe, weitere geldpolitische Expansion gewesen sein, behielten die Währungshüter doch laut dem Statement ihren optimistischen Blick auf die ökonomische Entwicklung des Landes bei.

 

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