US-Arbeitsmarkt: Jüngster Bericht beschließt ein Top-Jahr 2015, in puncto Lohndruck allerdings noch „Fehlanzeige“

Der kräftige Beschäftigungsaufbau im Dienstleistungssektor und in der Bauwirtschaft hat im Dezember nicht nur den Schwung am US-Arbeitsmarkt hoch gehalten, sondern das Tempo gegenüber dem Vormonat noch erhöht. Damit ändert der jüngste Bericht zum US-Arbeitsmarkt nichts an dem ausgesprochen positiven Bild für das Jahr 2015, das sich bereits zuvor abgezeichnet hatte. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft ist im vergangenen Jahr um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, eine ähnlich starke Steigerung wurde zuletzt im Jahr 2000 verzeichnet. Im güterproduzierenden Sektor war im Dezember die Zahl der Beschäftigten zwar nur um 160.000 Personen höher als im Vorjahresmonat, der Dienstleistungsbereich glänzte dafür mit einer Zunahme um fast 2,5 Millionen Beschäftigte.

Dass sich der Abwärtstrend der Arbeitslosenquote im Dezember nicht fortsetzte, lag an dem ungewöhnlich starken Anstieg des Arbeitskräfteangebots um fast eine halbe Million. Die immer noch anhaltende Rückkehr von Personen, die während der Krise enttäuscht den Arbeitsmarkt verlassen hatten, verhinderte den weiteren Rückgang bei der Zahl der Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote verharrte deshalb den dritten Monat in Folge bei 5,0 Prozent.

Angesichts der schon recht weit fortgeschrittenen Erholung am US-Arbeitsmarkt stellt sich natürlich die Frage, wann denn endlich die Lohndynamik anzieht. Der jüngste Bericht meldet bei diesem Punkt mal wieder: „Fehlanzeige“, die Löhne stagnierten im Vergleich zum Vormonat. Wir halten aber an unserem Bild fest, dass im Jahresverlauf 2016 die Lohnsteigerungen anziehen dürften. Die Beschäftigungsdynamik sollte in den kommenden Monaten zwar nachlassen, bei einigen Berufsgruppen ist der Arbeitsmarkt aber bereits jetzt recht leer gefegt. So liegt im Bereich der Dienstleistungen bei den Berufsgruppen Kommunikation/Information sowie Finanzen und Gesundheit die Arbeitslosigkeit deutlich unter dem Durchschnitt. In diesen Berufsgruppen ist teilweise die Arbeitslosenquote in den letzten zwölf Monaten deutlich stärker gesunken als bei anderen Berufen. Auch das verarbeitende Gewerbe wies im Dezember trotz seiner schwachen Produktionsentwicklung eine Arbeitslosenquote von nur 4,0 Prozent aus.

Betrachtet man die längerfristigen Perspektiven für den US-Arbeitsmarkt, dann zeigt sich im internationalen Vergleich eine recht günstige Altersstruktur. Dafür haben das natürliche Bevölkerungswachstum und eine hohe Zuwanderung in den vergangenen Jahren gesorgt. Dementsprechend sollten die möglichen Belastungen durch die Alterung der Bevölkerung für den Arbeitsmarkt schwächer als in vielen anderen Ländern ausfallen. Dennoch zeichnen sich bereits jetzt einige Herausforderungen für die kommenden Jahre ab. So hat das Potenzial an „jungen Neueinsteigern“ in den Arbeitsmarkt schon jetzt zu sinken begonnen, nach offiziellen Schätzungen dürfte bereits im Jahr 2024 die Gruppe der 16- bis 24-jährigen um rund dreizehn Prozent kleiner sein als 2014. Dies könnte mittelfristig bei einigen Zukunftsbranchen, in denen die Beschäftigung überproportional wächst, wie auch bei Branchen, die besonders durch eine Alterung ihrer Belegschaft betroffen sind, zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung führen.

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