Einkaufsmanager in der EWU bleiben zum Jahresbeginn verhalten optimistisch – Dynamik schwächt sich aber leicht ab

Im Euro-Raum deuten die vorläufigen Ergebnisse der Januarbefragung der Einkaufsmanager auf eine leichte Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik in der Privatwirtschaft hin. Der umfassende Composite-Index fiel von 54,3 auf 53,5 Indexpunkte. Dabei ging es sowohl bei den Dienstleistern als auch in der Industrie abwärts. Maßgeblich für den Rückgang war eine geringere Produktion in der Industrie und bei den Serviceunternehmen, während sich in beiden Sektoren die Auftragseingänge und damit auch die Auftragsbestände erhöhten. Das Nachfrageplus führte in der Folge auch zu einem beschleunigten Stellenaufbau. Damit zeigen sich die Einkaufsmanager relativ unbeeindruckt von der Unruhe, die in den letzten Wochen von den Finanzmärkten ausging. Eine Korrektur der bislang aufwärtsgerichteten Konjunkturdynamik in der EWU lässt sich aus den schwächeren Januardaten nicht ablesen.

Die deutsche Volkswirtschaft dürfte gemäß den Befragungsergebnissen auf Wachstumskurs bleiben, auch wenn der Indikator im Januar den zweiten Monat in Folge eine etwas schwächere wirtschaftliche Dynamik anzeigt. Die Einkaufsmanager im Dienstleistungsbereich und in der Industrie signalisierten ein etwas geringeres Geschäftswachstum. Allerdings bewegen sich die Indizes noch relativ komfortabel über der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Der Composite-Index liegt aktuell bei 54,4 Punkten, nach 55,5 Punkten im Vormonat. Während das Wachstum der Produktion und der Geschäftstätigkeit sich in Deutschland verlangsamte, zeigten sich auch die deutschen Einkaufsmanager zuversichtlicher bei den Bereichen Auftragseingänge und Stellenaufbau. Vor diesem Hintergrund dürfte die Produktionstätigkeit in den nächsten Monaten wieder etwas mehr an Schwung gewinnen.

Gemäß der Befragung der französischen Einkaufsmanager startet die französische Privatwirtschaft sehr verhalten in das neue Jahr. Der Composite-Index stieg nur leicht von 50,1 auf 50,5 Indexpunkte. Die Verbesserung ist allein auf den Dienstleistungsbereich zurückzuführen, dessen Messzahl von 49,8 auf 50,6 Indexpunkte stieg. Der Index für die Industrie sank dagegen von 51,4 auf 50,0 Punkte. Leichte Verbesserungen wurden bei den Neugeschäften und bei dem Stellenaufbau vermeldet, allerdings nur im Dienstleistungsbereich. Die Situation der französischen Industrie bleibt angespannt. Insgesamt bewegt sich Frankreich auf Basis der Befragungsergebnisse nur knapp über der Grenze zur wirtschaftlichen Stagnation. Die schwache Entwicklung der Vormonate setzt sich weiter fort und eine deutliche Belebung des Wirtschaftswachstums in Frankreich ist derzeit nicht in Sicht.

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