EZB hält sich alle Optionen offen

EZB schürt Spekulationen auf weiteren geldpolitischen Stimulus im März
Erwartungsgemäß haben die EZB-Vertreter zur heutigen Zinssitzung die Leitzinsen unverändert belassen und auch keine neuen unkonventionellen Maßnahmen auf den Weg gebracht. Allerdings hat EZB-Chef Draghi Spekulationen auf einen weiteren geldpolitischen Impuls zur März-Sitzung geschürt. So werden die Ratsvertreter zur nächsten Zinssitzung ihre derzeitige geldpolitische Ausrichtung überprüfen und falls notwendig anpassen. Angesichts dessen, dass in den vergangenen Wochen die Abwärtsrisiken für die europäische Konjunktur insbesondere mit Blick auf die nachlassende konjunkturelle Dynamik in den Schwellenländern und China zugenommen hätten, sei dies nach den Worten Draghis notwendig geworden. Der anhaltende Verfall des Rohölpreises und die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten haben zudem die Unsicherheit über den Ausblick für die Weltkonjunktur erhöht. Mit Blick auf die März-Zinssitzung hat Draghi hervorgehoben, dass zu diesem Termin auch die überarbeiteten EZB-Projektionen zur Konjunktur- und Inflationsentwicklung veröffentlicht werden. Hier deutet sich insbesondere eine Abwärtsrevision der Inflationsprojektion für das laufende Jahr an (derzeit 1%). So geht der Notenbankchef grundsätzlich davon aus, dass die Teuerungsrate in den kommenden Monaten auf niedrigem Niveau verharren dürfte und wollte zudem ein erneutes Abrutschen in den negativen Bereich nicht ausschließen. Die nächsten Stabsprojektionen sind auch dahingehend besonders interessant, als dass diese dann erstmals einen Ausblick bis ins Jahr 2018 wagen.

Die erneute Betonung der grundsätzlichen Handlungsfähigkeit und -bereitschaft der Notenbank durch Draghi hat dem Bund-Future Auftrieb gegeben. Der Euro ist gegenüber dem US-Dollar etwas in die Defensive geraten. Im Rahmen der Frage- und Antwortrunde hat Draghi erneut hervorgehoben, dass der geldpolitische Instrumentenkasten der Notenbank noch nicht ausgereizt sei. Allerdings hätten die Ratsvertreter noch nicht über konkrete Maßnahmen debattiert. Es liefen innerhalb der EZB jedoch Prozesse, welche sicherstellen, dass alle Instrumenten im Rahmen des geldpolitischen Mandats genutzt werden können.

Auch wenn Draghi im Zuge dieser Zinssitzung die Tür für weitere EZB-Maßnahmen aufgestoßen hat, erscheint es uns noch nicht ausgemachte Sache, dass die Notenbank im März handelt. Vielmehr dürfte die Notenbank abwarten wollen, inwieweit sich die potenziellen Abwärtsrisiken für die europäische Konjunktur materialisieren.

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