EWU-Inflationsrate im Januar 2016 bei +0,4 Prozent – Energiepreise bleiben auch in diesem Jahr der bestimmende Faktor

Die Inflationsrate für die Europäische Währungsunion, gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), stieg im Januar auf +0,4 Prozent, nach +0,2 Prozent im Dezember. Wieder einmal belasteten die Energiepreise und verhinderten einen noch stärkeren Anstieg der Inflationsrate. Energie verbilligte sich im Jahresvergleich um -5,3 Prozent. Dies war der geringste Rückgang seit Mai 2015. Die anderen Bereiche wiesen dagegen erneut moderate Preissteigerungen auf. Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak verteuerten sich um +1,1 Prozent, die Preise für industrielle Güter ohne Energie stiegen um +0,7 Prozent und für Dienstleistungen mussten die Verbraucher +1,2 Prozent mehr bezahlen. Die Kernrate lag bei +1,0 Prozent.

Auf Länderebene liegen bislang nur Ergebnisse für Deutschland, Frankreich und Spanien vor. Sie weisen keine einheitliche Tendenz auf. In Deutschland stieg der HVPI von gegenüber dem Januar 2015 um +0,4 Prozent, genauso wie in Frankreich. In Spanien sank dagegen die Inflationsrate im Jahresvergleich um -0,4 Prozent.

Betrachtet man die einzelnen Unterkomponenten des HVPI für die gesamte EWU, zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. Im Verlauf des letzten Jahres lag der trendmäßige Anstieg der Preise für Dienstleistungen knapp über der Marke von einem Prozent und war damit relativ konstant. Industrielle Güter ohne Energie haben sich im Jahresverlauf weiter leicht verteuert, während der Preisauftrieb in der Kategorie Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak in den letzten Monaten wieder nachgelassen hat.

Die Preisrückgänge im Bereich der Energie waren im gesamten Jahr deutlich. In den letzten Monaten haben sie zwar etwas an Stärke verloren. Dennoch werden billigere Energiepreise maßgeblich die Inflationsentwicklung im laufenden Jahr 2016 weiter bestimmen. Denn die Bewegung dieser Unterkomponente ist eng an den Ölpreis gekoppelt. Der Ölpreis notiert aktuell bei gut 34 US-Dollar. Rohöl ist damit rund 30 Prozent billiger als vor einem Jahr, und wir gehen nicht davon aus, dass der Ölpreis vom aktuellen Niveau aus deutlich ansteigen dürfte. Daher wird das Jahr 2016 zunächst weiter von einer schwachen Inflationsentwicklung gekennzeichnet sein, bei der die Preise für Energie die Preissteigerungen der anderen Bereiche in weiten Teilen kompensieren.

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