EWU-Wirtschaftswachstum im Schlussquartal 2015: Erste Länderergebnisse im Rahmen der Erwartungen

Die ersten Volkswirtschaften des Euro-Raums haben heute Zahlen zur Wirtschaftsleistung im Schlussquartal 2015 veröffentlicht. Dabei gab es keine großen Überraschungen, die Ergebnisse der Schnellschätzungen lagen im Rahmen unserer Erwartungen. Vor diesem Hintergrund sehen wir unsere Prognose für das BIP-Wachstum der EWU im vierten Quartal von +0,3 Prozent gut abgesichert.

Den Anfang machte am Morgen Frankreich mit einem schwachen Ergebnis von +0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Damit hat das Wirtschaftswachstum (BIP) in Frankreich leicht an Dynamik verloren. Überrascht hat das Ergebnis nicht: Besonders die Nachfrage der privaten Haushalte hatte vor dem Hintergrund des milden Winters und einer erhöhten Verunsicherung in Folge der Terroranschläge im November erstmals seit dem ersten Quartal 2014 merklich nachgegeben. Auch bei den Nettoexporten sah es erneut nicht gut aus: Zwar verzeichneten die Exporte ein moderates Plus. Das Wachstum der Importe übertraf das der Exporte aber merklich und führte so zu einem negativen Beitrag im Schlussquartal 2015. Einen Lichtblick stellt die erhöhte Investitionstätigkeit dar. Erstmals seit dem dritten Quartal 2013 konnten auch die Bauinvestitionen wieder positiv zum Wachstum beitragen, dabei dürfte das milde Winterwetter eine Rolle gespielt haben. Insgesamt legte das französische BIP im Gesamtjahr 2015 demnach um +1,1 Prozent zu.

In Spanien setzt sich die konjunkturelle Erholung fort und hat nicht an Dynamik verloren. Für das vierte Quartal wurde – ähnlich wie schon im dritten Quartal – eine Zuwachsrate von +0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal vermeldet. Damit ergibt sich für das Gesamtjahr ein Wirtschaftswachstum von +3,2 Prozent. Eine Aufschlüsselung der Zusammensetzung des Wachstums wurde hier noch nicht vermeldet, allerdings dürften positive Wachstumsbeiträge vom Außenbeitrag und von den privaten Konsumausgaben gekommen sein.

Österreichs Wirtschaft enttäuschte erneut. Das Wachstum stagnierte zum zweiten Mal in Folge. Details zu den Komponenten lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor. Sehr wahrscheinlich dürfte aber ein negativer Beitrag vom Außenhandel die positiven Wachstumsimpulse aus der Binnennachfrage vollständig kompensiert haben. Für das Gesamtjahr 2015 beläuft sich das Wirtschaftswachstum Österreichs auf rund +0,8 Prozent.

Im Laufe des Tages folgen noch weitere Schnellschätzungen zum Wirtschaftswachstum aus den wirtschaftlich kleineren Ländern Lettland, Litauen und Belgien. Die anderen Volkswirtschaften präsentieren ihre Daten in den kommenden zwei Wochen. Das Euro-Raum-Aggregat steht dann am 12. Februar auf der Agenda.

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