Chinas Reserven schrumpfen weiter

 Die chinesischen Devisenreserven sind im Januar erneut gefallen: nachdem die Reserven schon im Dezember um 108 Mrd. USD gesunken waren, schmolzen sie im Januar erneut um 99 Mrd. USD. und sanken damit auf den niedrigsten Stand seit dem Frühjahr 2012. Von einer aktiven Abwertung oder gar einem Währungskrieg kann also keine Rede sein. Im Gegenteil, mit Nachdruck stemmt sich China gegen eine zu schnelle Abwertung des Renminbi. Zuletzt mit Erfolg: hatte die Währung im Dezember trotz der Intervention der PBoC weiter abgewertet, handelt der CNY seit Mitte Januar auf weitgehend stabilen Niveaus. Dennoch dürfte die Abwertung vom Dezember einen schalen Nachgeschmack hinterlassen haben: dass eine Intervention von über 100 Mrd. USD zunächst nicht ausgereicht hat, um den Abwärtstrend der Währung zu stoppen, zeigt einmal mehr, welche Kräfte man sich mit der Öffnung des Marktes ins Haus geholt hat. Hartnäckig halten sich Gerüchte, dass die Regierung versuchen könnte, den Abfluss heimischen Kapitals durch Kapitalverkehrskontrollen zu begrenzen. Doch für China wäre dies ein katastrophaler Rückschlag: seit einem Jahrzehnt versucht man, den Markt zu internationalisieren, die Transparenz zu erhöhen und den Renminbi als Reservewährung zu etablieren. Die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen würde all dies zunichtemachen und das mühsam aufgebaute Investorenvertrauen zerstören. Beijing dürfte alles daran setzen, einen solch radikalen Einschnitt zu vermeiden.

 

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