EWU-Wirtschaftswachstum Q4-2015: Im Rahmen der Erwartungen – Ausblick etwas eingetrübt

Das Bruttoinlandsprodukt der Währungsunion legte im vierten Quartal 2015 um +0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Im Gesamtjahr 2015 wird damit ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt. Der Zuwachs fiel ein gutes Stück kräftiger aus als noch in 2014 mit +0,9 Prozent. Aber man muss festhalten, dass sich im Jahresverlauf die Dynamik insgesamt – aber auch in den großen Mitgliedsländern – abgeschwächt hat.

Unter den größeren Mitgliedsländern nimmt Spanien nach wie vor die Rolle der Konjunkturlokomotive ein. Mit +0,8 Prozent Zuwachs gegenüber dem Vorquartal bleibt die wirtschaftliche Erholung kräftig. Die anderen großen Euro-Volkswirtschaften Deutschland, Frankreich und Italien folgen deutlich abgeschlagen mit schwachen bis moderaten Zuwachsraten. Die deutsche Volkswirtschaft erreichte ein Wachstum von +0,3 Prozent im Schlussquartal, Frankreich nur +0,2 Prozent. Italien bildet unter den großen Vier erneut das Schlusslicht. Hier legte das Bruttoinlandsprodukt nur um magere + 0,1 Prozent zu.

Der befürchtete Dämpfer in Folge einer geschwächten Auslandsnachfrage vor allem aus Fernost ist nach vorliegenden Daten weitgehend ausgeblieben, der Außenhandel dürfte leicht positiv auf die Konjunktur gewirkt haben. Auch die Investitionen dürften das Quartalsergebnis gestützt haben. Dagegen hat der private Konsum wohl weniger zum Wirtschaftswachstum beigetragen als in den Vorquartalen.

Insgesamt lässt sich im Jahresverlauf 2015 eine Wachstumsverlangsamung feststellen. Zudem haben sich im Januar 2016 vorlaufende Umfrageindikatoren ein wenig schwächer gezeigt als in den Monaten des Schlussquartals 2015. Sicherlich ist die Eintrübung der Umfragedaten auch auf die Unruhe an den Finanzmärkten zurückzuführen. Sollte sich die Stimmung bei Unternehmen und Verbrauchern aber weiter leiden und sich beispielsweise auch in sinkenden Auftragseingängen widerspiegeln, dann steigt die Gefahr für die wirtschaftliche Erholung der EWU insgesamt.

Viel wird in 2016 von der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft abhängen. Ölpreis, Schwellenländer und US-Wirtschaft werden maßgeblichen Einfluss darauf haben, wie die Konjunktur in der EWU in den kommenden Quartalen weiterlaufen wird. Trotz der zuletzt etwas schwächeren internationalen Wirtschaftsdaten und der Eintrübung bei den Stimmungsindikatoren lässt sich für den Euro-Raum im Moment noch kein Ende der moderaten Erholung ablesen.

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