Spekulative Marktpositionierung unterstreicht Stimmungsumschwung

Falls der Stimmungsumschwung der letzten Wochen zu Lasten des US-Dollars tatsächlich noch mehr Belege bedürfen sollte, liefert die spekulative Marktpositionierung (auch als „IMM-Daten“ bekannt) hierfür reichlich Material. Der aggregierte Wert der USD-Long-Positionen (vs. EUR, GBP, JPY, AUD, CAD, CHF) ist jüngst auf 12,5 Mrd. USD gefallen. So niedrig war der USD-Long-Überhang zuletzt im Juli 2014 – also vor Beginn der großen USD-Rallye. Verglichen mit Mitte Dezember 2015, dem Zeitpunkt der Fed-Zinswende, sind die USD-Longs um beinahe zwei Drittel geschrumpft.
Neben den wachsenden Zweifeln am US-Zinsausblick hat hierzu primär der Umschwung bei Euro und Yen geführt. Die Halbierung der EUR-Shorts alleine in den beiden vergangenen Wochen ist beeindruckend: So beträgt die aktuelle EUR-Netto-Short-Positionierung 63.314 Kontrakte – verglichen mit 127.215 Kontrakten Ende Januar und einem Verlaufshoch von 182.845 Kontrakten Anfang Dezember. Bemerkenswert ist dabei, dass wir hier nicht nur den Abbau von EUR-Brutto-Shorts sehen, sondern sogar einen gezielten Neuaufbau von Brutto-Long-Engagements, die derzeit so hoch sind wie im März 2014. Es handelt sich also nicht nur um eine nachlassende EUR-Skepsis, sondern es gibt sogar zunehmend Marktteilnehmer, die aktiv auf eine EUR-Aufwertung setzen.

Schon seit Längerem ist der Stimmungswandel zugunsten des Yen im Gang, der ebenfalls zu einer Reduzierung der aggregierten USD-Long-Wetten führt. Seit der ersten Januar-Woche lässt sich (erstmals seit Herbst 2012) ein JPY-Long-Überhang beobachten, der sich inzwischen auf einem Vier-Jahreshoch eingependelt hat. Die darin zum Ausdruck kommenden Aufwertungserwartungen dürften der Bank von Japan ein Dorn im Auge sein und bieten eine gute Basis für erfolgreiche Interventionen, erhöhen sie doch die Gefahr eines JPY-Long-Squeeze.

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