Projekt „Industrie 4.0“ stärkt die Arbeitsproduktivität bis 2025 um zwölf Prozent

Digitalisierung und permanente Vernetzung haben sich nach und nach immer mehr in unser Alltagsleben eingeschlichen. Nun ist es an der Zeit, dass auch die Produktion diesen Schritt vollzieht. Mit dem Zukunftsprojekt Industrie 4.0 soll die deutsche Industrie zukunftssicher gemacht werden. Angesichts der hohen Arbeitskosten in Deutschland ist die herkömmliche Massenproduktion von Gütern hier langfristig immer weniger konkurrenzfähig. Durch eine komplette Vernetzung von Produkt, Maschinen und Werkzeug könnte die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie aber auf sehr lange Sicht gesichert werden.

Eine erfolgreiche Umgestaltung der deutschen Industrie hin zu einer zukunftsorientierten Industrie 4.0 ist ein langfristiger Prozess mit erheblichen Auswirkungen auf die Wertschöpfung der produzierenden Unternehmen in Deutschland und die Produktivität der deutschen Wirtschaft insgesamt. So dürfte die Arbeitsproduktivität von 2013 bis 2025 aufgrund der vierten industriellen Revolution um immerhin zwölf Prozent zulegen. Da die Wertschöpfung je Beschäftigtem in Deutschland aktuell noch hinter dem Niveau des Jahres 2007 zurückbleibt, käme ein derartiger Produktivitätsgewinn durch die Umstellung zur Industrie 4.0 den deutschen Unternehmen sehr gelegen. Ihre Wettbewerbsfähigkeit würde dadurch deutlich zulegen.

Die Einführung der Industrie 4.0 wird auch deutlich spürbare Effekte auf den Arbeitsmarkt zeigen. Während ein insgesamt zu erwartender leichter Verlust von Arbeitsplätzen angesichts der demographischen Entwicklung kaum Probleme bereiten dürfte, wird der Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften eine Verschärfung des Fachkräftemangels nach sich ziehen. Einer solchen Entwicklung muss mit umfangreichen und rechtzeitigen Qualifizierungsmaßnahmen begegnet werden. Bei der Ausbildung sollte außerdem zukünftig stärker auf der Akzeptanz der Jugendlichen für die neue Technik und für die permanente Vernetzung im Alltag aufgebaut werden.

Da bei der Industrie 4.0 im Gegensatz zu den vorangegangenen Stufen der industriellen Revolution nicht die weitere Effizienzsteigerung bei der Massenproduktion von Gütern im Mittelpunkt steht, ist vorerst nicht von einem breit angelegten Preisverfall der produzierten Güter auszugehen. Die deutsche Industrie entzieht sich durch die Industrie 4.0 vielmehr der internationalen Konkurrenz der Massenfertigung und macht die Produktion in Deutschland so langfristig wettbewerbsfähig. Im Gegensatz zur – noch von der Automatisierung der Produktion beherrschten – dritten industriellen Revolution werden disinflationäre Tendenzen dementsprechend erst in späteren Phasen der Industrie 4.0-Umsetzung zu beobachten sein, wenn die immer stärker automatisierte Fertigung von individuellen Gütern sinkende Grenzkosten zeigt.

Die Investitionstätigkeit in Deutschland muss aber noch zulegen, damit die Industrie 4.0 langfristig erfolgreich werden kann. Allerdings verläuft der Prozess der Umgestaltung fließend. Bis zum Jahr 2025 können noch gar nicht alle deutschen Industrieunternehmen hin zur Industrie 4.0 umgeschwenkt haben. Kleinere Mittelständler dürften dabei länger abwarten als große Industrieunternehmen.

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