Einkaufsmanagerbefragung im Februar: Zweite Abschwächung in Folge

Im Februar hat sich die wirtschaftliche Entwicklung in der EWU wohl weiter verlangsamt. Die Einkaufsmanager aus der Industrie und dem Dienstleistungsbereich haben sich jedenfalls erneut weniger optimistisch gezeigt. Nach Angaben des Umfrageinstituts Markit lag der maßgebliche Grund in einer merklichen Verlangsamung des Auftragseingangs, so wurde das niedrigste Auftragsplus seit einem Jahr verzeichnet. Dementsprechend sank der umfassende Composite Index um 0,9 Punkte auf 52,7 Indexpunkteunkte. Der Teilindex für die Industrie gab um 1,3 Punkte auf 51,0 Punkte nach, die Kennziffer für die Dienstleister sank von 53,6 auf 53,0 Indexpunkte. Neben den nur schwach gestiegenen Aufträgen und einem nur kleinen Plus bei der Produktion geben die Preiskomponenten Anlass zur Sorge. Die Verkaufs- und Angebotspreise für Güter- und Dienstleistungen wurden so stark gesenkt wie zuletzt vor einem Jahr. Vor dem Hinblick der ohnehin schon schwachen Inflationsentwicklung in der EWU dürfte daher der Druck auf die Verbraucherpreise weiter anhalten.

In Deutschland hat sich vor allem bei den Einkaufsmanagern im Industriebereich die Stimmung merklich eingetrübt. Der Teilindex ging hier von 52,3 auf 50,2 deutlich zurück und bleibt damit nur noch knapp über der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Die Industrie verbuchte den niedrigsten Zuwachs bei den Austragseingängen seit Juli 2015. Dies führte in der Folge zu einem verlangsamten Beschäftigungsaufbau und zum niedrigsten Wachstum der Industrieproduktion seit vier Monaten. Dass der Composite-Index nur um 0,7 Punkte auf 53,8 Punkte nachgab, war den deutschen Dienstleistern zu verdanken. Hier stieg die Messzahl sogar um 0,1 Punkte auf 55,1 Punkten. Die vorläufigen Februarwerte für die deutschen Einkaufsmanagerindizes deuten nach dem Rückgang im Januar auf eine nochmals schwächere Gangart im Verarbeitenden Gewerbe hin. Damit fällt der Jahresbeginn für die deutsche Volkswirtschaft eher durchwachsen aus.

Die französische Privatwirtschaft hat im Februar weiter an Fahrt verloren. Die Stimmung der Einkaufsmanager, gemessen am Composite-Index rutschte von 50,2 Indexpunkten auf 49,8 Punkte unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Damit notiert der Index so niedrig wie seit 13 Monaten nicht mehr. Dabei verschlechterte sich der Index für den Dienstleistungsbereich um 0,5 Punkte und sank auf 49,8. In der Industrie ging es leicht nach oben von 50,0 auf 50,3 Punkte. Geringerer Output und eine leicht schlechtere Auftragslage waren die maßgeblichen Gründe für die Rückgänge, während die Beschäftigung marginal ausgeweitet wurde. Insgesamt zeugen die Daten nicht von einer Belebung der konjunkturellen Dynamik in Frankreich. Nach einem Quartalswachstum des Bruttoinlandsprodukts von nur +0,2 Prozent im Schlussquartal 2015 dürfte aufgrund der aktuellen Daten kaum mit einer Beschleunigung im laufenden ersten Quartal zu rechnen sein.

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