EWU-Inflationsrate im Februar2016 bei -0,2 Prozent – nicht nur Energiepreise belasten

Die Inflationsrate für die Europäische Währungsunion, gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), sank im Februar auf -0,2 Prozent, nach +0,3 Prozent im Januar. Das ergab die heute veröffentlichte Eurostat-Schnellschätzung zur Verbraucherpreisentwicklung im abgelaufenen Monat. Fast schon wie gewohnt belastete der niedrige Ölpreis im Februar die Inflationsrate. Im Teilsegment Energie verbilligten sich im Jahresvergleich die Preise um acht Prozent. Kein Wunder, denn der Rohölpreis notierte mit Werten von etwas mehr als 32 US-Dollar rund 42 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

Zusätzlich schwächte sich in den anderen Bereichen sich die Preisentwicklung im Vorjahresvergleich ebenfalls ab. Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak verteuerten sich lediglich um +0,7 Prozent. Das ist die niedrigste Rate seit 10 Monaten. Die Preise für industrielle Güter ohne Energie stiegen nur noch um +0,3 Prozent. Für Dienstleistungen mussten die Verbraucher +1,0 Prozent mehr bezahlen. Damit steigen auch bei den Dienstleistungen die Preise so langsam wie seit 8 Monaten nicht mehr. Die Kernrate fiel dementsprechend ebenfalls niedriger aus und lag im Februar nur noch bei +0,7 Prozent, nach 1,0 Prozent im Januar.

Auf Länderebene liegen erste Schätzungen für Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien vor, der Preistrend ist hier ähnlich. Neben einem deutlichen Rückgang der Energiepreiskomponente schwächt sich der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln, Gütern und Dienstleistungen auch in den einzelnen Ländern ab. In Deutschland sank der HVPI von +0,4 Prozent im Januar auf -0,2 Prozent, genauso wie in Italien. In Frankreich ging die Teuerungsrate von +0,3 auf -0,1 Prozent zurück. In Spanien liegt die Inflationsrate aktuell bei -0,9 Prozent.

Die erneut negative Inflationsrate dürfte der EZB weiterhin Sorgen bereiten. Im abgelaufenen Jahr war es maßgeblich der Rohölpreis, der für die schwache Inflationsrate und damit für Deflationsängste gesorgt hat. Nun scheinen sich aber schwächere Verbraucherpreise auch in anderen Teilbereichen des Warenkorbs abzuzeichnen. Damit rückt das Ziel einer höheren Inflationsrate für die EZB in weitere Ferne. Die nächste geldpolitische Sitzung der EZB darf mit Spannung erwartet werden.

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