US-Arbeitsmarkt: Von wegen holpriger Jahresbeginn, der Jobmotor läuft weiter rund!

Die zunächst für den Januar veröffentlichten Arbeitsmarktdaten hatten für einen recht holprigen Jahresbeginn 2016 gesprochen und die Sorgen um die Dynamik in der größten Volkswirtschaft der Welt wieder befeuert. Der heute veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht zeigt hingegen, dass allein im Februar die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 242.000 Personen gestiegen ist. Da darüber hinaus auch das Stellenplus vom Januar höher als zunächst gemeldet war, ergibt sich bisher eine durchschnittliche monatliche Steigerung um 207.000 Personen. Auch wenn das Tempo der sehr hohen Beschäftigungsdynamik vom Schlussquartal des vergangenen Jahres nicht gehalten werden konnte, zeigen die neuen Zahlen, dass der Jobmotor „Dienstleistungsbetriebe“ weiterhin für einen robusten Stellenaufbau sorgt.

Der Blick auf die Arbeitslosenquote und andere Kennzahlen bestätigt nicht nur eine sehr solide Entwicklung des Arbeitsmarktes, sondern verdeutlicht, dass immer noch ein Erholungsprozess im Gange ist. So hat sich im Februar das Arbeitskräfteangebot den zweiten Monat in Folge kräftig um rund eine halbe Million Menschen erhöht! Es findet also immer noch eine Rückkehr von Personen auf den Arbeitsmarkt statt, die diesen während der Krise enttäuscht verlassen hatten. Dennoch verharrte die Zahl der Arbeitslosen bei 7,8 Millionen und stieg nicht wieder an, sie blieb nahezu unverändert auf dem niedrigsten Niveau seit März 2008. Die Arbeitslosenquote, immerhin einer der wichtigsten Indikatoren für die Entscheidungen der amerikanischen Notenbank, sprang nicht wieder über die Fünf-Prozent-Marke und notierte wie auch im Januar bei 4,9 Prozent.

Fehlanzeige heißt es hingegen bei der Lohndynamik: Während im Januar die Löhne pro Arbeitsstunde um 0,5 Prozent zulegen konnten, zeigen die Februarzahlen gegenüber dem Vormonat sogar nur eine rote Null. Da wir auch in den kommenden Monaten mit einer ähnlichen Beschäftigungsdynamik wie im bisherigen Jahresverlauf rechnen, ist in den kommenden Monaten aber mit anziehenden Lohnforderungen zu rechnen.

Der heutige Arbeitsmarktbericht ist ein wichtiger Baustein, um die in den letzten Wochen gewachsenen Sorgen zu zerstreuen, dass die US-Wirtschaft in eine Rezession oder zumindest eine anhaltende Stagnationsphase fallen könnte. Nahrung für diese Spekulationen hatten eine Eintrübung bei den Stimmungsindikatoren und auch schwache Daten aus der Bauwirtschaft sowie für die privaten Konsumausgaben geliefert. Zum einen ergibt sich aufgrund von neueren Veröffentlichungen für das Zahlenwerk von Bau und Konsum inzwischen ein freundlicheres Bild bezüglich der konjunkturellen Lage. Zum anderen spricht der Datenreigen dieser Woche, mit einem sichtbar verbesserten Industrieklima, einer kräftigen Steigerung beim privaten Konsum und auch bei den Bauausgaben für eine robuste Inlandsnachfrage in den Vereinigten Staaten.

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