Inflationsrate im Euro-Raum: Ostergeschäft stützt Dienstleistungspreise – Industriegüter- und Energiepreise halten dagegen

Die Inflationsrate im Euro-Raum hat im März den Sprung aus den negativen Zahlen nicht geschafft. Mit -0,1 Prozent konnte sie den merklichen Rückgang vom Vormonat nur teilweise kompensieren. Von Januar auf Februar 2016 rutschte die jährliche Rate unerwartet deutlich von +0,3 auf -0,2 Prozent herab. Immerhin ging es für die Kernrate – die Inflationsrate ohne die volatilen Komponenten Energie und Nahrungsmittel, Alkohol & Tabak – wieder um +0,2 Prozentpunkte aufwärts auf +1,0 Prozent.

Zur Entwicklung im März trug vor allem ein starker Preisanstieg im Dienstleistungsbereich bei. Die jährliche Rate stieg von +0,9 auf +1,3 Prozent. Ursächlich für den positiven Schub ist der Ostereffekt, denn im Ostermonat steigen vor allem die Preise in der Tourismusbranche und für Benzin gewöhnlich stärker an als in Monaten ohne Feiertage. Damit der ungewöhnliche Preiseffekt entsteht, müssen darüber hinaus die Osterfeiertage im laufenden und zurückliegenden Jahr auf unterschiedliche Monate fallen – so wie man es in diesem und im letzten Jahr beobachten kann. Dann steigt im Vergleich zum Vorjahresmonat die Rate zunächst stärker als üblich an.

Gegen die positive Entwicklung der Dienstleistungspreise stemmten sich aber die Rückgänge bei den Industriegüter- und den Energiepreisen. Gerade bei Letzteren wurde mit einer geringeren negativen Rate gerechnet, nachdem der Rohölpreis der Sorte Brent und speziell die Kraftstoffpreise im Euro-Raum gegenüber dem Vormonat ein merkliches Plus verzeichneten.

Der Ausblick auf die kommenden Monate deutet derzeit keine durchgreifende Belebung in der Inflationsrate für den Euro-Raum an. Der beschriebene Ostereffekt auf die Dienstleistungspreise dürfte sich im April wieder umkehren und die jährliche Rate etwas absenken. Bei den Industriegütern ohne Energie sprechen die niedrigen Produzentenpreise vorerst für eine weiterhin gedämpfte Teuerung. Und für die Energiepreise unterstellen wir für die kommenden Monate zwar ein allmähliches Auslaufen der stark negativen Raten, einen deutlichen positiven Schub versprechen wir uns aber auch von dieser Seite kaum. Somit dürfte die Inflationsrate zumindest im ersten Halbjahr 2016 weiter um die Nulllinie pendeln

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *