Wohnungsbaugenehmigungen signalisieren Wachstum

In Deutschland befindet sich die Wohnimmobiliennachfrage im Aufwind. Das unterstreichen die kürzlich vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Wohnungsbaugenehmigungen, die 2015 insgesamt um 8,4 Prozent zulegen konnten. Erstmals seit der Jahrtausendwende wurde die Marke von 300.000 genehmigten Wohnungen wieder überschritten. Getrieben wird die Entwicklung von günstigen Finanzierungsbedingungen, hoher Arbeitsplatzsicherheit und starker Zuwanderung. Im guten Marktumfeld zogen jedoch die Preise kräftig an. Selbstgenutztes Wohneigentum verteuerte sich im Landesdurchschnitt um 4,5 Prozent, bei Mehrfamilienhäusern waren es mehr als 7 Prozent.

Die wachsende Immobiliennachfrage schlägt sich auch im Bankgeschäft nieder. Während das Firmenkundenkreditgeschäft nur allmählich in Fahrt kommt, haben sich Immobiliendarlehen immer stärker zur Triebfeder für das Finanzierungsgeschäft in Deutschland entwickelt. 2015 wuchs der Bestand an privaten Wohnungsbaukrediten mit 3,5 Prozent so kräftig wie seit Jahren nicht mehr. Trotz des inzwischen recht hohen Preisniveaus in vielen städtischen Immobilienmärkten dürfte das Wachstum der Wohnungsbaukredite hoch bleiben.

Dafür sorgen nicht nur die anhaltend niedrigen Zinsen, sondern auch der sich fortsetzende Aufwärtstrend am deutschen Wohnungsmarkt. Dieser wird voraussichtlich durch die bereits im Bundeskabinett beschlossene steuerliche Förderung für den Mietwohnungsbau gestützt. Zudem erhöht die Zuwanderung von Flüchtlingen den Bedarf an preisgünstigem Wohnraum. Da der Wohnungsbau trotz des absehbaren Anstiegs immer noch hinter dem Fertigstellungsbedarf zurückbleibt, werden Wohnungen in vielen Städten weiterhin ein knappes Gut bleiben. Deshalb und wegen der niedrigen Zinsen wird sich der Preisauftrieb bei Wohnimmobilien fortsetzen. Für das laufende Jahr halten wir ein deutliches Preisplus von erneut vier bis fünf Prozent für realistisch. Daraus sollte zwar keine Immobilienpreisblase für den Gesamtmarkt erwachsen. Das Risiko von Übertreibungen und Preiskorrekturen in Teilmärkten nimmt aber weiter zu.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *