Dollar-Yen rutscht erstmals seit Oktober 2014 unter 110 JPY

Der US-Dollar befindet sich gegenüber dem Japanischen Yen weiterhin in der Defensive. So fiel das Währungspaar erstmals seit Oktober 2014 jüngst wieder unter 110,00 JPY. Zwar konnte sich Dollar-Yen mittlerweile knapp über dieser Marke stabilisieren. Vor dem Hintergrund von Kursverlusten aus Sicht des Greenback in Höhe von gut 8% seit Jahresanfang ist dies jedoch sicherlich ein schwacher Trost.

War es in den letzten Wochen vor allem die USD-Schwäche, die für das Währungspaar zur Belastung wurde, sind es aktuell die wieder aufkeimenden Sorgen um die Weltkonjunktur und die damit verbundene Nachfrage nach dem Sicheren Hafen Yen, die Druck ausüben. Hinzukommt, dass die Einführung eines negativen Einlagesatzes von Seiten der BoJ zwar durchaus Spuren an den dortigen Rentenmärkten hinterlassen hat. Einen „zusätzlichen Zinsnachteil“ gegenüber anderen Währungsräumen konnte die Zentralbank damit jedoch nicht erreichen. Vielmehr liegt der Spread gegenüber US-Treasuries im zehnjährigen Laufzeitbereich momentan auf dem Niveau von Mitte Januar.

Mittlerweile sind bereits wieder Spekulationen über Devisenmarktinterventionen von Seiten der japanischen Entscheidungsträger aufgekommen. Nach Angaben eines Pressesprechers der Regierung würde die Entwicklung an den Devisenmärkten genau beobachtet und bei Bedarf angemessen reagiert. Dabei haben einerseits weder Ministerpräsident Abe noch Notenbankchef Kuroda Interesse an einem starken Yen. Andererseits dürfte sich die politische Führung des Landes mit einseitigen Interventionen schwer tun, sollte dies bei Vertretern anderer Länder doch auf wenig Begeisterung stoßen. Gegen Devisenmarktinterventionen spricht zudem, dass sich der Yen auf handelsgewichteter Basis weiterhin unterhalb des Niveaus von Ende Februar bewegt.

Klar ist jedoch auch, dass der Druck auf die japanischen Entscheidungsträger vor allem in den Reihen der BoJ zunimmt. So ist eine signifikante Währungsaufwertung in Kombination mit einer Inflationsrate nahe Null und schwachen Wachstumsperspektiven, wie sie zuletzt vom bedeutenden Tankan-Bericht unterstrichen wurden, aus Sicht der Währungshüter alles andere als wünschenswert. Die Möglichkeit einer weiteren Verschärfung der expansiven geldpolitischen Gangart ist für die nächste Sitzung Ende April demnach durchaus vorhanden.

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