USA: Gewinnrezession am Aktienmarkt verschärft sich

 In den USA werden dieser Tage die Finanzberichte über den Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2016 vorgelegt. Legt man die aktuellen Konsensschätzungen zugrunde, so dürften im Auftaktquartal die Gewinne der 500 größten börsengelisteten US-Unternehmen um rund zehn Prozent eingebrochen sein. Damit droht Corporate America eine Fortsetzung der seit dem zweiten Quartal 2015 rückläufigen Unternehmensgewinne und der größte Ergebniseinbruch seit der volkswirtschaftlichen Rezession 2008/09.

Auf Sektorenbasis sieht es bei den Rohstofftiteln erneut am schlimmsten aus: Der Crash der Öl- und Gaspreise, aber auch der Preisrutsch bei den übrigen Rohstoffen, setzt den Unternehmen dieses Sektors unverändert zu. Die Unternehmen des Energiesektors sollten im ersten Quartal erstmalig Verluste ausweisen. Erodierende Umsätze und Gewinne sind jedoch seit geraumer Zeit auch außerhalb der rohstoffnahen Branchen zu konstatieren. Unter den großen S&P 500-Sektoren dürften im ersten Quartal auch Finanzwerte, Versorger, Industrie- und Technologietitel rückläufige Unternehmensumsätze verzeichnet haben. Mit den Konsumwerten und Pharmatiteln befinden sich nur noch wenige Titel auf einem unverändert stabilen Wachstumspfad, ein Beleg dafür, dass die globale Konjunkturabkühlung und der starke US-Dollar das Wachstum in den USA zwischenzeitlich branchenübergreifend hemmen. Entsprechend hoch fiel auch die Anzahl der Gewinnwarnungen aus: Von den Unternehmen, die jüngst Gewinnausblicke gaben, dämpften knapp 80% die Gewinnprognosen, und auch im zweiten Quartal droht den S&P 500-Unternehmen ein erneuter Rückgang der Gewinne. Danach sollte sich die Entwicklung jedoch zunehmend stabilisieren, auch weil der Preis für Erdöl zwischenzeitlich einen Boden gefunden hat.

Der US-Aktienmarkt hat sich in den vergangenen Monaten trotz der anhaltenden Gewinnrevisionen recht stabil gehalten. Die Bewertung anhand des Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2016 beträgt 17,2, was einer im historischen Vergleich anspruchsvollen Bewertung entspricht. Aktuell spricht damit wenig für Aktienkäufe in den USA.

 

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