Japan findet international keine Unterstützung für Interventionen

Die japanische Regierung steht mit ihrem Wunsch eines schwächeren Yen weiterhin allein auf weiter Flur. Dies wurde am vergangenen Wochenende noch einmal deutlich. Zwar hob Finanzminister Aso bei einem Treffen mit seinen G20-Amtskollegen die Einigkeit darüber hervor, dass außerordentliche Wechselkursschwankungen unerwünscht seien. Nur kurze Zeit später stellte US-Finanzminister Lew jedoch klar, dass die jüngsten Bewegungen am Devisenmarkt diesen Tatbestand nicht erfüllen würden. Auch der Internationale Währungsfonds sprach sich noch einmal explizit gegen kompetitive Abwertungen aus, was als Hinweis mit Blick auf mögliche Devisenmarktinterventionen Japans gesehen werden kann. Ohnehin ist fraglich, ob es der japanischen Regierung mit diesem Instrument gelingen würde, einen nachhaltig schwächeren Yen herbeizuführen. Zuletzt hatten Japans Entscheidungsträger in den Jahren 2010 und 2011 zulasten der eigenen Landeswährung am Devisenmarkt eingegriffen. Meist verpuffte der Effekt bereits nach kurzer Zeit wieder.

Damit fokussiert sich der Blick – mal wieder – auf die Bank of Japan. Ende April steht die nächste planmäßige Sitzung des Entscheidungsgremiums an. Dabei dürfte nicht nur die anhaltende Yen-Stärke Anlass zur Diskussion bieten. Mindestens ebenso wichtig sollten das lahmende japanische Wirtschaftswachstum, die Eintrübung der Stimmung bei den Großunternehmen sowie die niedrige Inflationsrate sein. Heimische Gründe für eine lockerere Gangart gibt es für die Währungshüter demnach ausreichend. Gegen eine Anpassung der geldpolitischen Ausrichtung mit Fokus auf die eigene Volkswirtschaft, die – quasi nebenbei – von einer Abwertung der heimischen Währung begleitet wird, dürfte kaum internationale Kritik laut werden. So ist derzeit kein bedeutender Währungsraum in der Position, auch nicht die USA und schon gar nicht die Eurozone, den „ersten Stein“ in Richtung Japan zu werfen. Über Spielraum für expansive geldpolitische Maßnahmen in Form von zusätzlichen Anleiheankäufen und einer Absenkung des Einlagesatzes verfügt die Bank of Japan weiterhin. Letztgenannter liegt momentan gerade einmal bei -0,1% und findet nur auf einen sehr geringen Teil der Guthaben bei der Zentralbank Anwendung.

 

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