Türkische Lira: Die politische Unsicherheit ist zurück

Der türkische Ministerpräsident Davutoglu hat Ende letzter Woche seinen Rücktritt als Partei- und Regierungschef bekanntgegeben. Diesem Schritt vorausgegangen war ein politischer Machtkampf mit Staatspräsident Erdogan. Hierbei dürfte es u.a. um die Einführung eines Präsidialsystems gegangen sein, welchem Davutoglu zurückhaltend gegenüberstand. Am 22. Mai soll auf einem Sonderparteitag der AKP sein Nachfolger offiziell ernannt werden. Marktseitig dominieren derzeit Befürchtungen das Geschehen, wonach eine dem Staatspräsidenten nahestehende Person fortan das Amt begleiten könnte. In diesem Zusammenhang stehen auch die aufgekommenen Spekulationen über mögliche Neuwahlen im Herbst. So bedarf doch die Einführung eines Präsidialsystems einer Verfassungsänderung. Um diese zu erreichen, wird eine Zwei-Drittel-Mehrheit benötigt. Diese verfehlte die AKP bei den letzten Wahlen im November 2015 knapp. Nicht ausgeschlossen, dass auch Staatspräsident Erdogan derartige Überlegungen anstellen und versuchen wird, über vorgezogene Neuwahlen zu seinem Ziel zu gelangen. Wir gehen davon aus, dass das Thema politische Unsicherheit die risikosensitive Lira in nächster Zeit weiter belasten dürfte. Erneute Kursverluste der türkischen Landeswährung sollten daher einkalkuliert werden.

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