EWU-Inflationsrate im Mai 2016 bei -0,1 Prozent: Belastung durch Energiepreise sinkt langsam, sonstiger Preisauftrieb nur moderat

Die Inflationsrate für die Europäische Währungsunion ist im Mai leicht angestiegen, von nachhaltig steigenden Verbraucherpreisen kann aber noch lange keine Rede sein. Nach -0,2 Prozent im Vormonat liegt die Jahresrate gemäß der Schnellschätzung im Mai bei -0,1 Prozent. Fast schon wie gewohnt belastete der niedrige Ölpreis die Inflationsrate. Im Teilsegment Energie verbilligten sich im Jahresvergleich die Preise um -8,1 Prozent. Dies ist allerdings der geringste Preisrückgang im Bereich Energie seit 3 Monaten. Allmählich wirkt sich die moderate Erholung des Ölpreises seit Jahresbeginn auch auf die Verbraucherpreise aus.

Der Preisauftrieb bei den anderen Komponenten blieb im Mai weiter verhalten. Dienstleistungen verteuerten sich im Jahresvergleich um 1,0 Prozent nach 0,9 Prozent im Mai. Bei Nahrungsmitteln, Alkohol und Tabak steigen die Preise im Jahresvergleich um 0,8 Prozent genauso wie im Vormonat. Und nichtindustrielle Güter ohne Energie verzeichneten einen Preisanstieg von 0,5 Prozent. Diese Entwicklungen waren nicht stark genug, dass die Inflationsrate der EWU wieder positives Terrain erreichen konnte.

Auf Länderebene liegen erste Schätzungen für Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien vor, dabei ist der Preistrend einheitlich. Die Verbraucherpreise sinken weniger stark als in den Vormonaten, die negativen Belastungen durch die Energiepreise nehmen ab. In Deutschland stieg der HVPI von -0,3 Prozent auf 0,0 Prozent, in Spanien verlangsamte sich der Preisrückgang von -1,2 Prozent auf -1,1 Prozent. In Frankreich stieg die Teuerungsrate um 0,1 Prozentpunkte, sodass die Verbraucherpreise im Jahresvergleich stagnierten. Der Rückgang der italienischen Verbraucherpreise ermäßigte sich von -0,4 Prozent auf -0,3 Prozent.

Das Bild der schwachen oder leicht negativen Inflationsraten im EWU-Aggregat und auf Länderebene wird nach unserer Ansicht in den kommenden Monaten weiter erhalten bleiben. Zwar dürften wie schon im Mai die Preisrückgänge bei den Energiegütern immer weniger stark zu Buche schlagen und etwa um die Jahreswende 2016/2017 in einen positiven Beitrag umschlagen. Der Preisauftrieb bei den andern Bereichen des Güterkorbs ist aber bislang nicht stark genug, um die Inflationsrate stärker ansteigen zu

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