Juni 2016: Ein Monat der Entscheidungen

Der gerade begonnene Monat Juni hält aus Sicht der Finanzmärkte etliche Ereignisrisiken bereit – auf neudeutsch „Black swan“.

In der ersten Monatshälfte stehen zunächst einmal die Notenbankentscheidungen von EZB und Fed an. Während die EZB dieses Mal kaum Überraschungen bereithalten dürfte, könnte die Fed nach vergangenem Dezember eine zweite Leitzinsanhebung verkünden. Die Märkte preisen dies bislang kaum ein, sodass auch die EWU-Renditen unter Aufwärtsdruck geraten könnten.

Das aus Sicht der EWU mit Abstand wichtigste Ereignis des Junis ist jedoch das Brexit-Referendum. Während der Ausgang völlig offen scheint, setzen die Märkte ganz klar darauf, dass sich Großbritannien für „Remain“ entscheidet. Sollten die Märkte aber auf dem falschen Fuß erwischt werden, droht ein deutlicher Anstieg der Volatilität und Kursverluste bei risikobehafteten Assetklassen. Nur drei Tage später wählt Spanien am 26. Juni ein neues Parlament. Je nach Ausgang, vor allem wenn Unidos Podemos deutliche Gewinne zu verzeichnen hätte, dürfte dies den Anleihen der EWU-Peripherie zusetzen.

Im Hinblick auf die Fülle ganz unterschiedlicher Ereignisrisiken dürften die Tage einer relativ niedrigen Volatilität an den Finanzmärkten gezählt sein. Insbesondere dürfte dies für EWU-Staatsanleihen gelten. Während Anleihen des Kernsegments vor allem rund um die Fed-Sitzung einem erhöhten Zinsänderungsrisiko ausgesetzt sind, dürften Anleger im Fall einer Entscheidung zugunsten des Brexits einige Tage später dieselben Bonds, vor allem Bunds, als sichere Häfen ansteuern.

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