Anlagestrategie: Brexit-Referendum am 23. Juni – und dann?

Mit dem anstehenden Referendum der Briten wird das „Wassertreten“ an den Kapitalmärkten bald ein Ende haben. Auch wir überlegen, wie wir das DZ BANK Musterportfolio in der Zeit danach ausrichten wollen.

In den vergangenen Wochen hat sich das Umfeld für Aktien stabilisiert, so dass wir Aktien für eine Aufstockung im Portfolio in Betracht ziehen.

Die Berichtssaison zum zweiten Quartal wird voraussichtlich den Tiefpunkt bei der Gewinnentwicklung markieren, danach werden die Unternehmen wieder ein stabiles, positives Gewinnwachstum aufweisen. In den Kursen spiegelt sich dies unseres Erachtens noch nicht ausreichend wider, was nicht zuletzt am oben genannten Ereignisrisiko Brexit liegt. Auch die Kapitalmarktzinsen bleiben sehr tief, die Ausschüttungen der Unternehmen jedoch recht hoch.

Auch wenn wir nicht davon ausgehen, dass es u.a. beim DAX im kommenden Jahr wieder zügig in Richtung Allzeithoch gehen wird, so stehen die Chancen unseres Erachtens jedoch recht gut, dass nach dem 23. Juni eine Erholungsbewegung an den Aktienmärkten einsetzt. Dies dürfte zunächst einige Zeit tragen, bevor sich der Fokus ab dem Herbst wieder stärker auf mögliche Negativaspekte richten wird. Zu diesen gehören u.a. die hohe Bewertung des US-Aktienmarktes (Gewinnmargen nahe Hoch, S&P 500 KGV-2017e: 17,9), ein weltweit wenig dynamisches Wachstum und anhaltende politische Unsicherheiten. Speziell ein möglicher Präsident Trump bleibt die große Unbekannte für das US-Wirtschaftssystem und könnte zunächst auch eine neue Rallye beim S&P verhindern.

Auf unserer Beobachtungsliste stehen derzeit viele Segmente, die auf der Aktienseite spannend erscheinen. Dazu gehören – neben dem bereits erwähnten DAX – auch verschiedene Value-Segmente, US-Bankaktien und globale Dividendenwerte.

Auch unter den Emerging Marktes könnten sich einige selektive Chancen ergeben. Die Gegenbewegung der EM-Aktienmärkte verlief nach dem Ende des Rohölpreisabsturzes gehemmt, jedoch sprechen bald die zuletzt angestiegenen Rohstoffpreise wieder für mögliche Neuinvestitionen. Auch ein langsameres Tempo beim US-Leitzinserhöhungszyklus würde den aufstrebenden Märkten zu Gute kommen, so dass sich auf der Aktienseite durchaus Chancen für längerfristige Anlagen ergeben könnten. Insbesondere der asiatische Raum erscheint aktuell interessant, der zudem weniger stark durch politischen und strukturellen Wechsel geprägt ist, als z.B. einige lateinamerikanische Märkte. EM-Staatsanleihen bleiben in Anbetracht des hohen Renditeniveaus und dem Ende des Aufwertungstrends beim US-Dollar ebenfalls aussichtsreich, deswegen bleiben wir investiert.

Sollte es gegen unsere Erwartung doch zum Brexit kommen, planen wir nach aktuellem Stand, die Aufstockung der Aktienquote ebenfalls vorzunehmen. Allerdings dürften zunächst die Kurse fallen, so dass sich innerhalb der dann anstehenden Unruhe unter Umständen eine Vielzahl neuer Chancen ergeben wird.

 

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