Franken im Aufwind

Euro-Franken zeigt sich derzeit von seiner schwächeren Seite. Ausgehend von Kursen um 1,11 CHF, einem Niveau, das sich seit Mitte Mai etabliert hatte, gab das Währungspaar in den letzten Tagen spürbar und für seine Verhältnisse sehr rasch nach. Dabei fiel die Gemeinschaftswährung sogar erstmals seit fast zwei Monaten wieder unter die Marke von 1,09 CHF.

Beide Seiten der Währungsmedaille trugen zu dieser Entwicklung bei. So rangiert der Euro innerhalb des G10-Universums verglichen mit Ende vergangener Woche aktuell auf dem vorletzten Platz. Lediglich die Schwedische Krone hat marginal an Boden gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung verloren. Der Schweizer Franken zählt hingegen zu den „Top Drei“ der G10-Währungen.

Ereignisse oder Daten aus der Alpenrepublik kommen als Ursache für die Kursbewegung dieser Woche nicht in Frage. Vielmehr sollte der jüngste Anstieg der globalen Risikoaversion vor dem Hintergrund einer unaufhaltsam näher rückenden Volksabstimmung in Großbritannien hinter der Bewegung stecken. Hierfür spricht auch der weltweit zu beobachtende Rückgang der Renditen an bedeutenden Staatsanleihemärkten. So erreichte beispielsweise das Zinsniveau der unter Investoren als sicher wahrgenommenen Wertpapiere aus Deutschland und Japan mit einer Laufzeit von zehn Jahren zuletzt neue historische Tiefststände. Dass die globale Unsicherheit mit Blick auf das zeitnah anstehende Referendum zunimmt, ist wenig verwunderlich. Weder lässt sich derzeit eine klare Tendenz anhand der durchgeführten Umfragen unter den Bürgern erkennen, noch sind die tatsächlichen Auswirkungen, die mit einem „Leave“-Votum verbunden wären, absehbar.

Unabhängig davon, wie sich die Briten am 23. Juni schließlich entscheiden werden, sollte die vorherrschende Unsicherheit im Vorfeld des Urnengangs den Franken weiter stützen. Dabei sind auch weitere, signifikante Kursverluste in Euro-Franken keineswegs auszuschließen. Dennoch erscheint das Aufwärtspotenzial der eidgenössischen Landeswährung begrenzt, dürfte eine übermäßige Franken-Stärke doch die Schweizer Währungshüter auf den Plan rufen und Devisenmarktinterventionen nach sich ziehen.

 

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