Gold profitiert zunächst von Brexit-Unsicherheiten

Gold spielt aktuell seine Qualitäten als sicherer Hafen aus und kann von den Unsicherheiten rund um den Brexit profitieren. Da die Anleger nicht mit diesem plebiszitären Ergebnis gerechnet hatten, zogen sie ruckartig ihre Gelder aus den globalen Aktienmärkten ab und schichteten in „safe havens“ wie Gold um. Mittlerweile hat sich zwar die Lage an den Aktienmärkten wieder etwas beruhigt, allerdings bleibt die Notierung des Krisenbarometers Gold weiterhin erhöht. Dies zeigt uns, dass das gelbe Edelmetall weiterhin als Absicherungsvehikel gefragt ist. Wir sehen Gold ohnehin nicht als spekulatives Instrument, sondern als eine Art Versicherung, die in stürmischen Kapitalmarktzeiten Stabilität im Portfolio liefert.

Wer aber eine „Gold-Versicherung“ abschließt, verzichtet auf regelmäßige Kupon- und Dividendenzahlungen. Diese Opportunitätskosten des Goldbesitzes stellen einen Teil der Versicherungsprämie dar. Der zweite Teil der Prämie resultiert aus der Tatsache, dass sich der Versicherungsnehmer (Goldanleger) im Klaren darüber sein muss, dass die Goldnotiz (in weniger unsicheren Zeiten) zum Teil erheblichen Schwankungen unterliegt und auch über einen längeren Zeitraum fallen kann.

Wir haben mal einen Blick in die Vergangenheit gewagt und diverse Krisen miteinander verglichen. Während in den vergangen Krisen der US-Aktienmarkt durchschnittlich um 25,0% nachgab, konnte sich Gold im Durchschnitt mit einer Performance von 4,0% behaupten. Gold hat als Krisen-Versicherung durchaus Bedeutung, wenngleich die Verluste, die im Aktienmarkt entstanden sind, bei weitem nicht ausgeglichen werden konnten.

Da die Fed ob der Brexit-Unsicherheiten unseres Erachtens für die nächsten 12 Monate auf weitere Zinssteigerungen verzichten wird, fallen die Opportunitätskosten bei Gold auf absehbare Zeit nicht ins Gewicht. Wir gehen daher davon aus, dass das Goldinteresse weiter hoch bleiben wird. Wir sehen den Goldpreis kurzfristig auf bis zu 1.350 USD je Unze steigen. Im Laufe des Jahres 2017 rechnen wir aber für die zweite Jahreshälfte mit steigenden Zinsen (höhere Versicherungsprämie bzw. höhere Opportunitätskosten), was die Goldnotiz dann wieder in Richtung 1.250 USD je Unze drücken wird.

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