FOMC – Wenig Konkretes

Kurzfristige Konjunkturrisiken haben abgenommen

Der Offenmarktausschuss der Fed hat gestern Abend die Leitzinsen unverändert gelassen. Das begleitende Pressestatement hat keine konkreten Hinweise auf den möglichen Zeitpunkt des nächsten Zinsschrittes geliefert. Die konjunkturelle Einschätzung ist jedoch deutlich positiver ausgefallen als im letzten Statement. So gibt die Notenbank zu Protokoll, dass die kurzfristigen Risiken für die US-Wirtschaft abgenommen haben. Auch die Beurteilung der Situation am Arbeitsmarkt klingt deutlich positiver. Verschiedene Indikatoren weisen darauf hin, dass die Auslastung am Arbeitsmarkt zugenommen habe. Die Konsumausgaben seien robust und die wirtschaftliche Dynamik falle besser aus. Gleichzeitig wurde der Passus, die Fed beobachte genau die globale Situation, unverändert gelassen. Dies könnte als Hinweis verstanden werden, dass die Folgen des Brexit auf das globale Wirtschaftswachstum sowie auf die US-Konjunktur noch nicht absehbar sind und die Fed vor diesem Hintergrund mit einer Leitzinserhöhung lieber noch warten möchte. Der Entscheid ist nicht einstimmig ausgefallen. Esther George, ein bekennender Falke, hätte lieber die Leitzinsen schon auf dieser FOMC-Sitzung angehoben.

Fed zeigt ihre Bereitschaft zu handeln

Auch wenn der Konjunkturausblick wesentlich positiver klingt als beim vorangegangenen Statement, ließ die Fed offen, wann genau sie den nächsten Zinsschritt vornehmen wird. Offensichtlich haben die Fed-Mitglieder noch keine einheitliche Meinung über den richtigen Zeitpunkt einer erneuten geldpolitischen Straffung. Wäre schon jetzt der September-Termin ausgemachte Sache, hätte die US-Notenbank wohl konkretere Hinweise auf einen bevorstehenden Zinsschritt gegeben. Der verbesserte Konjunkturausblick hat jedoch die Erwartungen an den Finanzmärkten geschürt, die Fed-Funds-Target-Rate könne vielleicht doch noch in diesem Jahr angehoben werden könnte. Die Marktteilnehmer haben im Nachgang der Pressemitteilung ihre Zinserhöhungserwartungen für September daher leicht erhöht. Derzeit implizieren die Fed-Funds-Futures eine Wahrscheinlichkeit von 26,4% für höhere Leitzinsen im September. Insgesamt haben die Finanzmärkte kaum auf die Veröffentlichung des Kommuniqués reagiert. Am 26. August wird die Fed-Chefin beim Zentralbanktreffen in Jackson Hole ans Mikrofon treten. Sollen die Leitzinsen schon im September höher ausfallen, müsste die Fed-Chefin spätestens dann ein klares Bekenntnis abgeben. Bis dahin lautet die Devise: Daten beobachten und abwarten. Wir bleiben bei unserer Meinung und rechnen nicht mit höheren Leitzinsen in diesem Jahr.

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