Licht am Ende des „Milchpreis-Tunnels“

Seit Ende 2013 befinden sich die deutschen Milchpreise als Folge der Überversorgung und der an Dynamik verlierenden Exportnachfrage im Sinkflug. Nun aber ist Licht am Ende des „Milchpreis-Tunnels“ zu sehen. Die Notierungen für Milchprodukte, wie beispielsweise Mager- und Vollmilchpulver, weisen auf dem Weltmarkt bereits eine steigende Tendenz auf. Da die Weltmarktpreise der diversen Milchprodukte direkt auf das europäische und deutsche Preisniveau wirken, ist daher entsprechend mit einer Stabilisierung der hiesigen Preislage zu rechnen.

Wesentlich für diese Preisstabilisierung ist die rückläufige Wachstumsgeschwindigkeit der Milcherzeugung zu sehen. Wichtige Exportnationen, wie Neuseeland und Australien, verzeichnen im Vorjahresvergleich sogar negative Wachstumsraten.

Zumindest auf Monatsbasis geht die Dynamik der Milchanlieferungen sogar innerhalb der EU zurück. Jedoch wirken die starken jährlichen Steigerungen der Milchanlieferungen zu Jahresbeginn noch nach. Daher muss sich der aktuell abzeichnende Trend erst noch verstetigen, bevor man von umfangreichen Angebotsanpassungen reden kann. Die globalen Handelsströme zeichnen ebenfalls ein positiveres Bild. So gehen die Ausfuhren (Weltmarktangebot) zurück und die Importe (Weltmarktnachfrage) steigen. Damit beginnt sich ein positiver fundamentaler Unterbau für die Milchpreise zu etablieren.

Wegen (a) der allmählich anziehenden Weltmarktpreise für Milchprodukte, (b) der leicht rückläufigen Dynamik der Milcherzeugung der wichtigsten Ausfuhrnationen, (c) der Verbesserung des Verhältnisses von Aus- zu Einfuhren und (d) der sich leicht zurückbildenden Überversorgung in Europa mit Milch, lässt sich Licht am Ende des „Milchpreis-Tunnels“ sehen. Allerdings sind diese Stabilisierungstendenzen noch kein Zeichen für eine nachhaltige Trendwende. Dafür sind die MMP- und Butterbestände sowohl in den USA als auch in Europa noch zu hoch.

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