Konjunktur im Frühjahr überraschend stark, aber eine Abschwächung in H2 zu erwarten

Der Anstieg der deutschen Wirtschaftsleistung im Frühjahr um 0,4 Prozent liegt zwar niedriger als in Q1 (+0,7 Prozent), überrascht aber trotzdem positiv. Obwohl die Investitionen rückläufig waren, haben Konsum und Außenhandel weiter für ein gutes Wachstum gesorgt. Vor dem Hintergrund der leicht rückläufigen Einzelhandelsumsätze weist der Zuwachs der gesamten Konsumausgaben einmal mehr auf die wachsende Bedeutung der Dienstleistungen hin. Aufgrund des Mangels an geeigneten Wirtschaftsstatistiken lässt sich das jedoch nur schwer im Detail nachvollziehen. Außerdem haben sich die staatlichen Ausgaben für die Versorgung der Flüchtlinge wohl ebenfalls positiv niedergeschlagen. Das Plus im Außenhandel beruht nicht nur auf stabilen Exporten, sondern auch auf rückläufigen Importen, was eher auf eine Schwäche der Binnenkonjunktur hindeutet.

Insgesamt erwarten wir für die kommenden Quartale eine weitere Abflachung des Wachstumstrends in Deutschland. Die Schwierigkeiten im internationalen Umfeld werden derzeit eher mehr als weniger, vor allem die Folgen des Brexit-Votums werden sich in den kommenden Monaten wohl nicht nur in Großbritannien, sondern auch in Deutschland bemerkbar machen. Die Wachstumsrate dürfte in 2017 daher unter der des laufenden Jahres liegen.

 

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