Währung, Aktien- und Rentenpapiere gehen in Russland, Südafrika und der Türkei Hand-in-Hand

Angesichts niedriger Renditen in den weltweit bedeutendsten Währungsräumen werden Investitionen in Emerging Markets mit ihren vergleichsweise hohen Ertragschancen immer wieder als attraktive Alternativen genannt. Für die zu erzielende Rendite möglicher Engagements an den dortigen Aktien- und Rentenmärkten spielen vor allem zwei Größen eine Rolle: die Kursentwicklung der Wertpapiere und der Wechselkurs. Dies haben wir zum Anlass genommen, die drei großen Schwellenländer Russland, die Türkei und Südafrika auf mögliche Muster und Zusammenhänge zwischen der Entwicklung an den Aktien- und Rentenmärkten sowie der zugehörigen Währung zu untersuchen.

Spätestens seit 2013 lässt sich für alle drei EM-Nationen ein enger Zusammenhang zwischen Renditeveränderung und handelsgewichtetem Wechselkurs in Form einer ausgeprägt negativen Korrelation beobachten. Ein rückläufiges Zinsniveau – d.h. steigende Wertpapierkurse – gingen demnach mit einer Aufwertung der zugehörigen Valuten einher (et vice versa). Zudem stützt die Analyse der Aktienmärkte die Einschätzung eines engen Gleichlaufs von Währungen und Finanzmärkten in den drei Schwellenländern.

Weitere Hinweise auf den Zusammenhang zwischen nationalen Finanzmärkten und Währungen liefert eine Regressionsanalyse. Auf Basis der Daten seit Mitte vergangenen Jahres zeigt sich darüber hinaus, dass zwar sowohl der Renten- als auch der Aktienmarkt einen Mehrwert für die Wechselkursentwicklung von Rubel, Lira und Rand bieten. Allerdings unterstreicht der Blick auf das Bestimmtheitsmaß, dass die Entwicklung der Staatsanleiherenditen einen systematisch höheren Erklärungsgehalt für alle drei Währungen aufweist.

Ein solch enger Zusammenhang zwischen Kursentwicklung an den heimischen Finanzmärkten und handelsgewichteter Währung ist außerdem alles andere als „üblich“. So lässt sich weder für die G10-Nationen noch die Schwellenländerwährungen Osteuropas ein vergleichbar ausgeprägtes Muster erkennen.

Aus Sicht internationaler Investoren bedeutet dies, dass mögliche Engagements insbesondere in diesen drei EM-Ländern in „positiven Phasen“ tendenziell sowohl von Kursgewinnen als auch von Währungsaufwertungen profitieren können. In „negativen Phasen“ geraten Investitionen dementsprechend von zwei Seiten unter Druck.

 

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