Unternehmenskredite im Euroraum legen etwas schneller zu, Geldmenge wächst langsamer

Während im Euroraum die Kredite an private Haushalte im Juli im Vergleich zum Vorjahr unverändert um 1,8 Prozent stiegen, erhöhte sich das Wachstumstempo bei den „Krediten an Nichtbanken im Euro-Währungsgebiet“ im Vorjahresvergleich leicht von 1,7 Prozent im Juni auf aktuell 1,9 Prozent. Damit setzt sich das Wachstum der Kredite an den privaten Sektor nun bereits seit mehr als einem Jahr kontinuierlich fort.

Die derzeit erzielten Wachstumsraten sind zwar angesichts der überaus expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank weiterhin vergleichsweise niedrig. Insbesondere bei den Unternehmenskrediten ist aber immerhin mittlerweile ein leicht positiver Trend bei der Wachstumsdynamik erkennbar. Von 2012 bis Mitte des vergangenen Jahres waren die Unternehmenskredite schließlich noch rückläufig, im Winter 2013/2014 sogar sehr stark.

Angesichts der derzeitigen Wachstumsraten wird es jedoch noch einige Jahre dauern, bis die Kreditbestände im Euroraum ihr Vorkrisenniveau erreichen. Zudem ist auch der Gesundungsprozess bei den zweifelhaften und notleidenden Krediten noch bei weitem nicht abgeschlossen. Die Kreditvergabe im Euroraum kommt aber immerhin langsam in Gang.

Im Gegensatz zu den Krediten hat sich im Juli die Dynamik der Geldmengenausweitung leicht verlangsamt. So stieg die umfassend definierte Geldmenge M3 im Vorjahresvergleich um 4,8 Prozent, nachdem sie im Juni noch um 5,0 Prozent zulegen konnte.

Die lediglich den Bargeldumlauf und Sichteinlagen umfassende Geldmenge M1 wuchs mit 8,4 Prozent im Juli ebenfalls etwas langsamer als im Vormonat. Das Wachstum bleibt aber immer noch vergleichsweise hoch. Längerfristig betrachtet, setzt sich damit jedoch der Trend hin zu einer schwächeren Wachstumsdynamik bei der Geldmenge M1 fort. Mitte des vergangenen Jahres erreichte das Vorjahreswachstum hier bis zu zwölf Prozent und selbst im März dieses Jahres betrug es noch über zehn Prozent.

Dagegen entwickelt sich das Wachstum bei der Geldmenge M3 bereits seit vergangenem Jahr vergleichsweise stabil. In der Geldmenge M3 sind neben Bargeld und Sichteinlagen (M1) auch Einlagen mit einer Laufzeit bis zu zwei Jahren sowie Geldmarktfonds, Repoverbindlichkeiten, Geldmarktpapiere und Bankschuldverschreibungen bis zu zwei Jahren enthalten. M1 hat dabei einen Anteil von rund 60 Prozent an M3.

 

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3 Kommentare

Vielen Dank fuer den Beitrag. Eine Ausfuehrung ueber moegliche Auswirkungen/Implikationen der beschriebenen Entwicklungen wuerden ihn bestimmt bereichern.

Axel Stichling

Sehr ggehrter Herr Bielmeier,
ich arbeite seit vielen Jahren als Dozent und Trainer für die genossenschaftlichen Bildungsakademien des ABG und des BWGV. Momentan bereite ich ein Aktienseminar vor, das nächste Woche an der bayerischen Akademie in Grainau stattfinden wird. Da Ihr Blog ein fester Bestandteil in meinen Seminaren geworden ist, habe ich die folgende Frage. Ist
es möglich, dass Sie mir für meine Powerpoint Präsentation zwei Folien zur Verfügung stellen könnten?
Folie 1: Konjunkturausblick Euroraum
Folie 2: Nachlassende Globalisierung
Für weitere Fragen zu meiner Person, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung bzw. kann Ihnen entsprechende Ansprechpartner an den Akademien nennen.
Im Voraus vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage.
Mit freundlichen Grüßen
Axel Stichling

ayse.ruezgar

Hallo Herr Stichling

vielen Dank für Ihr Interesse an den Präsentationen. Die Folien können wir Ihnen gerne als PDF zusenden.

VG, Ayse Rüzgar

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