Real und Peso auf unterschiedlichen Wegen

Die Bedeutung des Brasilianischen Real und des Mexikanischen Peso hat an den Finanzmärkten in der jüngeren Vergangenheit deutlich zugenommen. Zudem zwingt die fortgesetzte Niedrigzinspolitik in den großen Industrieländern international agierende Investoren zur Suche nach höher verzinsten Anlageformen.

Trotz einiger Gemeinsamkeiten bewegten sich die Währungen der beiden wichtigsten Volkswirtschaften Lateinamerikas in diesem Jahr in unterschiedliche Richtungen. Während der Brasilianische Real kräftig zulegen konnte und damit sogar die stärkste der weltweit bedeutenden Währungen war, ging es beim Mexikanischen Peso abwärts. Vor allem die Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Belebung, die mit der politischen Wende in Brasilien verbunden werden, trieben die Kurse an den brasilianischen Finanzmärkten und den Real nach oben. Inzwischen ist hier jedoch Vorsicht geboten. Schließlich muss die neue Regierung unter Präsident Temer nach der gestrigen, endgültigen Absetzung von Dilma Rousseff erst einmal zeigen, dass sie die in der Übergangsphase angekündigten Maßnahmen auch durch das Parlament bringen kann. Zu erwartende Enttäuschungen bei der Umsetzung der Maßnahmen dürften zu Gegenbewegungen beim Real führen.

Dem Mexikanischen Peso wurde in diesem Jahr die enge wirtschaftliche Verflechtung mit den USA zum Verhängnis. Eine nur schleppende US-Konjunktur und protektionistische Äußerungen im US-Wahlkampf drückten auf die Währung, die inzwischen jedoch über ein gewisses Aufholpotenzial verfügen sollte. Dieses dürfte vor allem im Nachgang zur US-Präsidentschaftswahl zum Tragen kommen. So sollte sich, insbesondere im Falle eines Wahlsieges von Hillary Clinton, mit Blick auf angedrohte Handelsbeschränkungen wohl rasch zeigen, dass im Zuge einer Amtszeit kaum etwas so heiß gegessen wird, wie es im Wahlkampf gekocht wird.

 

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