Polnische Notenbank stellt für Ende 2017 Leitzinsanhebung in Aussicht

Die polnische Notenbank (NBP) zeigte sich gestern Nachmittag bei ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause überraschend „hawkish“ und zeichnete hierbei ein ungewohnt klares Bild über den möglichen künftigen Verlauf ihrer Geldpolitik. Konkret brachte NBP-Chef Glapinski in diesem Zusammenhang erstmals für Ende 2017 eine Leitzinsanhebung zur Sprache. Weiter machte die NBP deutlich, dass sie zunächst jedoch eine abwartende Haltung favorisiert. Euro-Zloty taucht unter dem Eindruck dieser geldpolitischen Einschätzungen unterdessen gen Süden ab und nimmt Kurs auf die runde Marke von 4,3000 PLN. Die 6*9-PLN-FRA-Notierungen stiegen im Umfeld der Rede von Glapinski zeitweise recht deutlich bis auf knapp 1,65% an und präsentieren sich auch heute Morgen weiterhin in diesen luftigen Gefilden.

Wir fühlen uns durch die Einschätzungen der NBP in unserer Leitzinsprognose auf Jahressicht bestätigt, rechnen wir doch hier bereits seit Längerem mit einem unveränderten Leitzinsniveau von 1,50%. Dass die polnische Notenbank allerdings bereits Ende 2017 die geldpolitischen Zügel zu straffen beginnt, daran haben wir unsere Zweifel. So geben wir zum einen zu bedenken, dass die NBP damit aus heutiger Sicht der geldpolitische Vorreiter in einem Umfeld weltweit weiterhin geldpolitisch sehr expansiv aufgestellter Zentralbanken wäre. Sollte sie noch vor den weltweit bedeutendsten Notenbanken einen restriktiveren Kurs einschlagen, würde sie damit wohl zu einer massiven Aufwertung des Zloty beitragen. Schwer vorstellbar, dass dies mit Blick auf die dann erst vor kurzem wieder auf die Beine gekommene Inflation in ihrem Sinne wäre. Zum anderen schließen wir nicht aus, dass die derzeitige fundamentale Einschätzung der NBP angesichts der von uns für 2017 erwarteten konjunkturellen Abkühlung der EWU zu optimistisch ist. Ein geldpolitisches Zurückrudern der NBP halten wir in den kommenden Monaten durchaus für denkbar. Der Gegenwind für den Zloty dürfte daher unserer Ansicht nach in den Herbst- und Wintermonaten wieder rauer werden.

 

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