DAX: Draghi enttäuscht die Märkte

Nach moderater Eröffnung zeigte sich der DAX gestern zunächst fest. Im Tageshoch konnte der Index das Vortageshoch um zehn Zähler übertreffen und sich damit bis auf 20 Punkte an das letzte Bewegungshoch bei 10.800 Punkten heranpirschen. Doch trat dasselbe Problem zutage wie bereits in den Handelssitzungen zuvor: Es stellte sich einfach kein Aufwärtsmomentum ein. Als dann auch noch Mario Draghi die Investoren am Aktienmarkt enttäuschte (EZB-Pressekonferenz ab 14.30 Uhr), machten sich markante Gewinnmitnahmen breit, die den deutschen Blue Chip-Index zeitweise sogar wieder unter die 10.600 Punkte-Marke drückten.

Unter dem Strich hat es das wichtigste deutsche Aktienmarktbarometer nach einer zunächst vielversprechenden Auflösung einer potenziellen „Konsolidierungsflagge“ nicht geschafft, das letzte Bewegungshoch von Mitte August bei 10.800 Punkten zu überwinden und damit den Juni/Juli-Aufwärtstrend als charttechnisch intakt zu bestätigen. Mit dem deutlichen Abprallen nach unten hat sich die Wahrscheinlichkeit, dass der Index Tuchfühlung mit der 11.000 Punkte-Marke aufnimmt, verringert. Angesichts eines nach unten drehenden Zyklusverlaufs (Basis der Zyklusanalyse ist der vierjährige US-Präsidentschaftswahlzyklus in einem US-Wahljahr mit einem aus dem Amt scheidenden Präsidenten) im Verlauf des Monats September ist nun erhöhte Wachsamkeit geboten.

Allmählich sollte der Blick daher wieder der Unterseite gelten. Eine „formale Bestätigung“, dass der aus zyklischer Sicht zu erwartende September-Hochpunkt „im Kasten“ ist, ergäbe sich dennoch erst bei einem nachhaltigen Unterschreiten des letzten Reaktionstiefs in Bezug auf den Juni/Juli-Aufwärtstrend bei 10.440 Punkten. In diesem Falle ließe sich ein abgeschlossenes „Doppeltop“ konstruieren, wobei die aus diesem Muster direkt abzuleitenden Mindestrückschlagsrisiken auf 10.080 Punkte zu beziffern wären.

1. Widerstand 10.800 / 2. Widerstand 11.000

1. Unterstützung 10.440 / 2. Unterstützung 10.050

090916dax

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