Globale Devisenmarktumsätze schrumpfen

Der jüngst von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) veröffentlichte „Triennial Central Bank Survey“, der als umfassendste und belastbarste Untersuchung zur Umsatzentwicklung an den weltweiten Devisenmärkten gilt und alle drei Jahre veröffentlicht wird, bestätigt einen Trend, den bereits andere Indikatoren angedeutet hatten: die täglichen Umsätze gehen mehr und mehr zurück. Konkret werden „nur“ noch durchschnittlich 5,1 Bio USD pro Tag umgesetzt, gegenüber einem Wert von 5,4 Bio USD bei der letzten Studie von 2013. Damit ist der Devisenmarkt zwar noch immer der mit Abstand liquideste und größte der Finanzmärkte, allerdings ist der seit 2001 zu beobachtende kometenhafte Aufstieg eindeutig zum Erliegen gekommen.

Auffällig ist vor allem die ungünstige Entwicklung am Kassamarkt, wo die Umsätze erstmals seit 2001 merklich unter denen der vorherigen BIZ-Erhebung liegen. Die auf dieses Segment entfallenden 1,7 Bio USD sind gegenüber den 0,4 Bio USD aus 2001 natürlich noch immer beeindruckend, dennoch schmerzt der Rückgang gegenüber 2013 (2 Bio USD). Die hinter dieser Entwicklung steckenden Gründe sind breit gestreut und zumindest teilweise struktureller Natur. Als Hauptursachen gelten die nachlassende Dynamik beim Welthandel, das Ende der BRIC-Story, die im historischen Vergleich noch immer niedrige Volatilität bei den Wechselkursen und nicht zuletzt der veränderte regulatorische Rahmen.

Gegen den globalen Trend rückläufiger Umsätze stemmen sich die Schwellenländer. Der Umsatzanteil für alle Emerging-Market-Währungen hat sich von 18,8% vor drei Jahren auf 21,2% erhöht. Wenig verwunderlich ist dabei die Aufholjagd des Renminbi, dessen Anteil sich von 2,2% auf 4,0% fast verdoppelt hat. Während es dem US-Dollar unterdessen gelungen ist, seine Vormachtstellung weiter auszubauen (bei fast 88% aller Transaktionen ist die US-Währung involviert), musste der Euro moderat Federn lassen. Angesichts der (geld-) politischen Entwicklung im gemeinsamen Währungsraum in der jüngeren Vergangenheit dürfte dieser Bedeutungsverlust allerdings kaum jemanden überrascht haben.

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