Einkaufsmanager in der EWU: Schwindende Zuversicht im Dienstleistungsbereich deutet geringeres Wirtschaftswachstum im dritten Quartal an

Die Vorabveröffentlichung der Ergebnisse der Einkaufsmanagerbefragung in der EWU deuten auf eine langsamere wirtschaftliche Gangart in der Währungsunion hin. Der zusammengefasste Composite-Index ging von 52,9 auf 52,6 Indexpunkte zurück. Er notiert damit so niedrig wie seit 20 Monaten nicht mehr. Ausschlaggebend war dabei die Messzahl für den Dienstleistungsbereich, die von 52,8 auf 52,1 Indexpunkte deutlich zurückging. Dahinter stehen eine schlechtere Auftragslage, ein verlangsamter Beschäftigungsaufbau und eine Eintrübung der Geschäftsperspektiven für die nächsten 12 Monate. Im verarbeitenden Gewerbe bleib das Stimmungsbarometer mit 52,6 nach 52,7 Indexpunkten nahezu unverändert. Insgesamt bleiben die Einkaufsmanagerindizes mit Abstand über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die erneut niedrigeren Umfrageergebnisse dürften auf ein schwächeres, aber positives Wirtschaftswachstum im dritten Quartal 2015 hindeuten.

In Deutschland kühlte sich gemäß der Einkaufsmanagerbefragung die Geschäftstätigkeit in der Privatwirtschaft ab. Der Rückgang des umfassenden Composite-Index von 53,3 auf 52,7 spiegelt dabei eine merklich langsamere Gangart bei den Dienstleistern wider. Dort sank das Stimmungsbarometer um 0,9 Indexpunkte und fiel mit 50,6 Zählern so niedrig aus wie seit 39 Monaten nicht mehr. Eine schwache Nachfrage führte bei den Service-Anbietern zu stagnierenden Auftragsbeständen. Die Industrie konnte dagegen gemäß der Markit Umfrage ein starkes Plus bei den Auftragseingängen aus dem Ausland, maßgeblich aus den USA und aus Asien verbuchen. Die Messzahl für das verarbeitende Gewerbe verbesserte sich von 53,6 auf 54,3 Zähler. Auf Basis der Umfragedaten dürfte das Wirtschaftswachstum in Deutschland auch im dritten Quartal positiv gewesen sein, allerdings wird es voraussichtlich nicht mit dem Schwung aus dem Vorquartal von +0,4 Prozent mithalten können.

Die französischen Einkaufsmanager zeigten sich dagegen zuversichtlicher. Der Composite-Index stieg von 51,9 auf 53,3 Zähler. Dabei ging es in beiden Sektoren aufwärts. Entgegen des europäischen Trends stieg die Messzahl im Dienstleistungsbereich um 1,8 auf 54,1 Indexpunkte an und notiert so hoch wie seit 15 Monaten nicht mehr. Auch die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich. Allerdings bleib das Barometer mit 49,5 Punkten den siebten Monat in Folge unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten. Insgesamt lassen aber die Umfragewerte – und gerade die aus dem Dienstleistungsbereich – darauf hoffen, dass die französische Volkswirtschaft im dritten Quartal wieder leicht gewachsen sein und die Stagnation aus dem Vorquartal vergessen lassen dürfte.

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