Brexit-Fahrplan setzt Pfund unter Druck

Theresa May hat am Wochenende einen weiteren Baustein für den Brexit-Fahrplan geliefert. Bis Ende März 2017 soll der Antrag auf Austritt aus der Europäischen Union, die „Notification“ gemäß Artikel 50 des EU-Vertrags, an Brüssel übersandt werden. Damit bewegt sich die britische Regierung im Bereich der Erwartungen. Die Premierministerin kündigte auf dem Parteikonvent der Konservativen darüber hinaus an, sofern es notwendig sei, den Zugang zum europäischen Binnenmarkt im Fall der Fälle zu opfern, um hierdurch wieder Spielraum bei der Zuwanderung, in der Gesetzgebung und beim öffentlichen Haushalt zu gewinnen. Eine Sonderbehandlung könne die britische Finanzbranche dabei nicht erwarten. Beobachter werteten die Aussagen Mays als Hinweis auf eine harte Gangart bei den anstehenden Verhandlungen. Die Europäische Union reagierte insgesamt unaufgeregt auf die Ankündigungen Mays. Mit ihrem Wunsch, bereits im Vorfeld der eigentlichen Antragsstellung „einige vorbereitende Gespräche“ mit EU-Vertretern führen zu können, traf sie allerdings auf wenig Gegenliebe. Von EU-Seite war das bekannte Motto „keine Verhandlungen ohne Notifikation“ zu vernehmen. Am Devisenmarkt hat Mrs. May’s Rede offensichtlich Eindruck hinterlassen. So fiel das Pfund gegenüber einem zuletzt ebenfalls etwas schwächelnden Euro auf ein neues Dreijahrestief. Gegenüber dem US-Dollar wurde mit Kursen unter 1,28 USD sogar der tiefste Stand seit  Mitte der 1980’er Jahre verzeichnet. Hatten viele Investoren in den vergangenen Monaten die Bedrohnung, die vom Austritt der Briten ausgeht, ausgeblendet, ist der Markt nun gezwungen sich erneut mit dem Thema auseinanderzusetzen. Jegliche Hoffnungen, der Austritt könne doch noch verhindert werden, scheinen sich nun zerschlagen zu haben.

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