Einkaufsmanager in der EWU: Stimmungshoch in Deutschland – Frankreich bleibt dahinter

Die Vorabveröffentlichung der Ergebnisse der Einkaufsmanagerbefragung in der EWU deuten auf eine merkliche Beschleunigung der wirtschaftlichen Gangart hin. Der zusammengefasste Composite-Index stieg von 52,6 auf 53,9 Indexpunkte. Dies ist die höchste Notierung seit 10 Monaten. Dahinter steht eine deutliche Zunahme bei der Messzahl für den Dienstleistungsbereich, die von 52,2 auf 53,5 Indexpunkte stieg. Aber auch in der Industrie ging es aufwärts. Mit 53,3 Punkten fällt der Index so hoch aus wie seit 30 Monaten nicht mehr. Steigende Aufträge, höhere Produktion und eine Ausweitung der Beschäftigung, das sind die Schlagworte hinter den Ergebnissen der Oktoberbefragung in beiden Teilsegmenten. Darüber hinaus dürfte auch die Inflationsentwicklung weiter aufwärtsgerichtet bleiben, denn die Einkaufsmanager berichteten von steigenden Einkaufs- und Verkaufspreisen.

Gerade die deutsche Privatwirtschaft zeigt sich deutlich optimistischer, was sich in den Umfrage-Aggregaten der EWU niederschlug. In Frankreich fiel die Stimmungslage im Vergleich zum Vormonat etwas schlechter aus. Insgesamt dürfte auf Basis der Umfragedaten die Konjunkturdynamik im Euro-Raum zu Beginn des vierten Quartals wieder zugelegt haben.

In Deutschland spiegelt der Anstieg des umfassenden Composite-Index von 52,8 auf 55,1 eine merkliche Verbesserung bei den Dienstleistern wider. In der Industrie ging es aber auch ein Stück weiter nach oben. Der Dienstleistungsindex kletterte um +3,2 auf 54,1 Zähler, die Messzahl für die Industrie nahm um +0,8 zu und liegt bei 55,1. Wesentlicher Grund für die Verbesserung der Einkaufsmanagerindizes liegt nach Angabe von IHS Markit in einer Verbesserung bei den Auftragseingängen, der in der Folge zu einem beschleunigten Stellenaufbau geführt haben soll. Wenn den aufgehellten Umfragedaten tatsächlich auch gestiegene Produktions- und Umsatzzahlen folgen sollten, dann dürfte die deutsche Wirtschaft zu Beginn des Schlussquartals 2016 wieder einen Zahn zugelegt haben.

Die Stimmungsveränderung der französischen Einkaufsmanager fiel im Oktober gemischt aus. Der Composite-Index ging von 53,3 auf 52,1 Zähler zurück. Dies lag aber allein an dem Dienstleistungsbereich, denn der entsprechen Index gab um -1,2 Punkte nach und notiert aktuell bei 52,1 Punkten. Im verarbeitenden Gewerbe setzte sich die Stimmungsaufhellung der vergangenen Monate fort. Das Stimmungsbarometer kletterte um +1,6 auf 51,3 Indexpunkte und übersprang das erste Mal seit sieben Monaten in Folge die Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten. Insgesamt reichte dies aber nicht, um den Rückgang des Composite-Index zu verhindern. Damit dürfte sich das Wirtschaftswachstum in Frankreich weiter fortsetzen, aber wie bislang nur in einem moderaten Tempo.

 

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