Versorgeraktien dürften alle Risiken eingepreist haben

Die Aktienkurse europäischer Versorger sind dem Gesamtmarktindex Stoxx 600 in den vergangenen zehn Jahren deutlich hinterher gelaufen. Während der Stoxx 600 seine erheblichen Kursverluste, die er während der Finanzmarktkrise und dem Crash 2009 erleiden musste, im Wesentlichen wieder ausgeglichen hat und zwischenzeitlich auch oberhalb des Niveaus aus 2006 notierte, liegen Versorgeraktien in diesem Vergleichszeitraum noch deutlich im Minus.

Auf der Suche nach Ursachen für die schwache Kursentwicklung trifft man unweigerlich auf die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima, welche sich im März 2011 ereignete. In der Folge wurde die Zukunft nuklearer Stromerzeugung weltweit verstärkt diskutiert und die Kosten eines Ausstiegs aus dieser, für die Versorger höchst ertragsstarken Stromerzeugung, neu kalkuliert. Der fortschreitende und in der Folge der Reaktorkatastrophe intensivierte Ausbau der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien lastet ebenfalls auf den Gewinnperspektiven der etablierten Stromerzeuger.

Die Strompreise und –futures haben sich zuletzt positiv entwickelt. Damit liegen sie zwar noch immer deutlich unterhalb früherer und für die Versorger lukrativer Niveaus, aber der Anstieg sollte zumindest ausreichen, um eine Stabilisierung der Gewinnerwartungen in der Versorgerbranche herbeizuführen. Auch beim Thema Regulierung ist etwas Entspannung eingetreten. Es werden nach unserer Einschätzung zumindest keine weiteren Belastungen zu erwarten sein.

Sind die Stabilisierung der Strompreise und die Aussicht auf einige neue Betätigungsfelder nun hinreichende Gründe, um in den Versorgersektor zu investieren? Wir meinen: ja. Zumal die Bewertung des Sektors, insbesondere im Vergleich zum Gesamtmarkt, nach unserer Einschätzung in hinreichendem Maße die zahlreichen Belastungsfaktoren einpreist.

 

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