Weltspartag: Unser Vorschlag einer Altersvorsorge-Förderung aus der Zinsersparnis des Staates

Extrem niedrige Zinsen führen beim deutschen Staat zu spürbar geringeren Zinsausgaben für Staatsanleihen und Kredite. Gleichzeitig brechen den Bürgern Zinseinnahmen aus ihren Ersparnissen weg, die als wichtige Stütze des Kapitalaufbaus in der privaten Altersvorsorge dienen sollten. Vor diesem Hintergrund gibt es Überlegungen, wie der Staat einen Teil seiner Zinsersparnis den Bürgern für die Altersvorsorge „zurückgeben“ könnte. Dazu haben wir ein neues Konzept entwickelt.

Die Idee besteht in der Einführung einer staatlichen Altersvorsorge-Sparzulage, die die bisherige Arbeitnehmer-Sparzulage ersetzt. Die notwendigen Fördermittel wären über einen neu einzurichtenden staatlichen Altersvorsorge-Fonds bereitzustellen. Dieser sollte in Phasen, in denen das Zinsniveau unter den normalen Schwankungsbereich absackt, aus der sich ergebenden staatlichen Zinsersparnis gefüllt werden. Dazu müsste sich der Staat bei der Emission von Schuldverschreibungen verpflichten, jeweils parallel zu den Zinszahlungen einen fixen Teil der Zinsersparnis an den Fonds zu überweisen.

In diesem System zählt der Anteil staatlicher Zinsersparnis, der in den Fonds fließen soll, zu den „Stellschrauben“ für den Aufbau der Fondsreserve. Auf der Ausgabenseite wird der Vermögensaufbau des Fonds von der Ausgestaltung der Altersvorsorge-Zulagensätze bestimmt. In jedem Fall wären die Stellschrauben so einzustellen, dass dem Altersvorsorge-Fonds während der Niedrigzinsphase spürbar mehr Mittel zufließen, als durch die Zulagengewährung wieder abfließen.

Grundsätzlich sollten alle Bürger mit entsprechenden Sparverträgen von Geburt an zulagenberechtigt sein. Aus sozialpolitischen Gründen empfiehlt sich eine einkommensabhängige Staffelung des Zulagensatzes. Alle Anlageprodukte sollten anerkannt werden können, sofern sie altersvorsorgegeeignet sind und sichergestellt wird, dass Auszahlungen erst bei Renteneintritt erfolgen. Außerdem müsste ein Produkt- und Anbieterwechsel jederzeit möglich sein.

Unsere Idee unterscheidet sich von anderen Konzepten vor allem durch die Zwischenschaltung eines staatlichen Altersvorsorge-Fonds, den Zugang für alle Bürger und die Möglichkeit, dass Eltern bereits bei Geburt ihrer Kinder Vorsorgeverträge abschließen und besparen können. Zu den wesentlichen Vorteilen dieses Konzepts zählen die Puffer- und Kapitalaufbaufunktion des Altersvorsorge-Fonds, ein geringer bürokratischer Aufwand und die Glättung von zinsbedingten Ausgabenschwankungen in den Staatshaushalten. Außerdem ermöglicht der Vorschlag lange Ansparzeiten, so dass auch mit kleinen Sparbeträgen oder bei Ausfallzeiten beträchtliche Altersvorsorge-Vermögen aufgebaut werden können.

 

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Ein Kommentar

Thomas Reichelt

Hallo Herr Bielmeier,

KLASSE und genau der richtige Impuls zum „althergebrachten“ und hierdurch „neu gedachten“ Weltspartag.

Wenn dann bei den angedachten Sparverträgen „ab Geburt“ das Aktieninvestment noch seinen -auch durch staatliche

Mitwirkung- „neuen Stellenwert“ bekommt, ist bei den Jüngsten unserer Gesellschaft ein enormer Schritt erreicht.

Danke für den Artikel; er hat mir heute schon in zwei Kundengesrpächen geholfen.

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