Wirtschaftswachstum im dritten Quartal: Spanien erneut kräftig – in Frankreich schwächelt der private Konsum

Unter den Mitgliedsländern des Euro-Raums haben Frankreich, Österreich und Spanien ersten Schätzungen zur Wirtschaftsleistung im abgelaufenen dritten Quartal veröffentlicht. Dabei legte die spanische Volkswirtschaft mit +0,7 gegenüber dem Vorquartal Prozent einmal mehr kräftig, und nur leicht schwächer als im bisherigen Jahresverlauf zu. Spanien steuert damit auf ein Wirtschaftswachstum im Jahr 2016 von 3 Prozent oder sogar etwas mehr hin. Eine erneute Spitzenposition unter den Euro-Mitgliedsländern ist damit gesichert. Dies scheint zunächst verwunderlich, da das Land fast ein Jahr nur von einer geschäftsführenden Regierung geleitet wurde. Allerdings profitiert die Volkswirtschaft noch von den Strukturreformen, die in der jüngeren Vergangenheit umgesetzt worden sind Die politische Krise, dessen Ende sich jetzt abzeichnet, hat der Konjunktur aber bislang nicht geschadet.

Für die österreichische Volkswirtschaft wurde ein Quartalswachstum von +0,5 Prozent vermeldet. Das ist gegenüber dem zweiten Vierteljahr mit mageren +0,1 Prozent ein deutlicher Sprung.

Auch die französische Volkswirtschaft hat gemäß der ersten Schätzung des französischen Statistikamtes im dritten Quartal wieder etwas zugelegt. Nach einem kleinen Minus im zweiten Quartal ging es beim Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum zwischen Juli und September mit einer Rate von +0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal wieder leicht aufwärts. Dabei stagnierten die Konsumausgaben der privaten Haushalte das zweite Mal in Folge. Das ist eine Überraschung, denn gewöhnlich waren es in den letzten Jahren gerade die Verbraucher, die die französische Volkswirtschaft maßgeblich angeschoben hatten. Das Wachstum kam diesmal also von den übrigen Komponenten der inländischen Nachfrage, den stärksten Impuls lieferte wieder einmal der Staat. Positiv fiel auch der Zuwachs bei den Investitionen in Bauten und Ausrüstungen aus. Belastend wirkte sich dagegen einmal mehr der Außenbeitrag aus.

Insgesamt blieb Frankreichs Wirtschaftsleistung damit im Rahmen der Erwartungen. Der zweite Blick auf die einzelnen Komponenten des Bruttoinlandsprodukts macht allerdings etwas stutzig, denn die erneute Stagnation der privaten Konsumausgaben könnte Anlass zur Sorge geben. Zwar gab es in den letzten Jahren immer wieder mal ein schwächeres Quartal bei den privaten Konsumausgaben. Zwei schwache oder sogar negative Quartale in Folge gab es aber zuletzt nur in dem Krisenjahr 2008. Sollte sich der Trend aus den letzten beiden Quartalen verfestigen, dann könnte selbst der moderate französische Aufschwung auf der Kippe stehen.

 

 

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