Milchpreis steigt wieder – Milcherzeuger können durchatmen

Milch wird in Deutschland wieder teurer. Die Milchbauern können erstmals nach einer längeren Phase von niedrigen Preisen wieder etwas durchatmen. Der vom Kieler Institut für Ernährungswirtschaft (ife) regelmäßig publizierte Rohstoffwert Milch ist seit seinem Tief im Frühjahr um 55% gestiegen.

Aus den  Quotierungen der an der European Energy Exchange („EEX“) gelisteten (Futures)-Kontrakte auf Butter und Magermilchpulver (MMP)  lässt sich darüber hinaus eine Markterwartung für die zukünftige Entwicklung des Milchpreises abbilden. Aktuell geht der Terminmarkt demzufolge davon aus, dass der durchschnittliche Milchpreis in Deutschland 2017 rund 30% über dem Durchschnittswert von 2016 liegen wird.

Da Rohmilch neben Butter und MMP noch weitere Verwertungen (z.B. Käse) hat und die Milcherzeuger auch längerfristige Lieferverträge abschließen, ist der Börsenmilchwert nicht mit dem Auszahlungspreis der Molkerei an die Landwirte gleichzusetzen. Dennoch stellt er eine wichtige Orientierung/Tendenz für die zukünftige Preisentwicklung bei Milch dar. Der deutsche Milcherzeuger kann ihn als Instrument einsetzen, um seine persönliche Einschätzung mit der Erwartung des Marktes abzugleichen.

Fundamental lässt sich die Aufwärtsbewegung im Wesentlichen durch die rückläufige Milcherzeugung in Europa erklären. Seit Juni liegen die Milchanlieferungen nämlich konstant unter dem Vorjahr. Mit 13,06 Mio. Tonnen wurden rund 1,4% weniger Milch an die Molkereien geliefert. Dieser Trend wird sich weiter verstärken, da die von der EU beschlossenen Hilfsmaßnahmen in Form von Ausgleichszahlungen für reduzierte Milcherzeugung erst im Oktober 2016 vollumfänglich greifen.

Aber auch andere wichtige Exporteure reduzieren ihre Milchproduktion. So sieht sich Australien und Neuseeland mit negativen (weil zu feuchten) klimatischen Bedingungen konfrontiert, so dass auch dort die Milcherzeugung unter den entsprechenden Vorjahreswerten liegt.

Auf der Nachfrageseite ist zu beobachten, dass Asien, insbesondere China, die Importe sehr dynamisch steigert. Das korrespondierende Exportangebot kann hier nicht Schritt halten, sodass sich die Weltmarktpreise für Milchprodukte spürbar erhöhen, was den deutschen Milchpreis ebenfalls weiter unterstützen sollte.

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