Erfreuliche US-Berichtssaison beendet lang andauernde Gewinnrezession – Präsidentschaftswahl steht jedoch klar im Vordergrund

Die US-Berichtssaison läuft auf vollen Touren. Inzwischen haben knapp drei Viertel der Unternehmen die Quartalsberichte vorgelegt. Dabei fällt die Berichtsaison in Summe erfreulich aus. Auf Indexebene zeigt sich ein Gewinnanstieg von knapp zwei Prozent, was deutlich über dem erwarteten Gewinnrückgang von minus zwei Prozent liegt. Bis auf die Sektoren Energie (-65%), Industrie (-4%) und Telekommunikation (-2%) konnten alle Sektoren zum Ergebniswachstum beitragen. Auch die Umsätze konnten die Unternehmen insgesamt um knapp drei Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Somit dürfte der S&P 500 erstmals seit dem ersten Quartal 2015 wieder ein Gewinnwachstum vorweisen und damit die lang andauernde Ergebnisrezession hinter sich lassen. Damit spiegelt sich auch bei den börsennotierten Unternehmen wider, dass die US-Konjunktur nach der Flaute im ersten Halbjahr wieder an Fahrt aufnimmt. Im dritten Quartal hatte die Wirtschaftsleistung um 2,9% zugelegt, dem höchsten Expansionstempo seit rund zwei Jahren.

Insgesamt konnten rund 75% der Unternehmen die Ergebniserwartungen und 60% die Umsatzerwartungen übertreffen. Diese Zahlen liegen deutlich über dem historischen Durchschnitt, und auch das positive Überraschungsmomentum ist im Vergleich zu den Vorquartalen nochmals angestiegen. Dabei konnten insbesondere die Unternehmen aus den Sektoren Versorger, IT und Finanzen bessere Zahlen als erwartet vorlegen.

Mit Blick auf das vierte Quartal 2016 haben bisher 36 Unternehmen eine negative Ergebnisguidance gegeben, während lediglich 21 eine positive Ergebnisguidance vorgelegt haben. Insgesamt zeigt die Erwartungshaltung der Analysten jedoch weiter nach oben. So wird für das letzte Quartal 2016 ein positives Umsatz- (+5,2%) und Ergebniswachstum (+4,6%) erwartet.

Die Bewertung des S&P 500 befindet sich mit einem KGV von 16,4 rund 15% über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Für die weitere Entwicklung des amerikanischen Leitindex sind wir zwar weiter positiv gestimmt, aufgrund der hohen Bewertung sehen wir jedoch geringeres Kurspotenzial als bei den europäischen Indizes. Zudem steht mit der US-Präsidentschaftswahl am 8. November ein großes Event-Risiko bevor. Sollte Trump gewinnen (wovon wir aktuell nicht ausgehen) könnte dies eine massive Verunsicherung an den Märkten auslösen und deutliche Kursverluste nach sich ziehen.

Das Chance-/Risikoprofil für Investitionen am US-Aktienmarkt bleibt somit enttäuschend, so dass aktuell keine Neuinvestitionen zu empfehlen sind.

 

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