Euroraum Wirtschaft zeigt sich robust, Trump bereitet keine Sorgen

Die Vorabveröffentlichung der Ergebnisse der Einkaufsmanagerbefragung in der EWU weist eine deutliche Stimmungsverbesserung unter den europäischen Einkaufsmanagern im November aus. Der zusammengefasste Composite-Index stieg von 53,3 auf 54,1 Indexpunkte. Dies ist die höchste Notierung seit 11 Monaten. Dahinter steht erneut eine deutliche Zunahme bei der Messzahl für den Dienstleistungsbereich, die von 52,8 auf 54,1 Indexpunkte stieg. Im verarbeitenden Gewerbe ging es nur leicht um 0,2 Zähler auf 53,7 Punkte nach oben. Die Auftragseingänge werden nach Angaben der Einkaufsmanager zahlreicher. Dies führte zu wachsenden Auftragsbeständen und zum zweitkräftigsten Beschäftigungsaufbau seit Februar 2008. Von einer Stimmungseintrübung aufgrund des unerwarteten Ausgangs der US-Präsidentschaftswahl kann im Moment keine Rede sein. Ein negativer „Trump-Effekt“ kann aus den Stimmungsbarometern nicht abgelesen werden. Vielmehr könnte das Wirtschaftswachstum im Euroraum im Schlussquartal gemäß der vorläufigen Umfrageergebnisse sogar noch eine Schippe draufgelegt haben.

In Deutschland ging der umfassende Composite-Index von 55,1 auf 54,9 leicht zurück. In der Industrie ging es mit der Stimmung um 0,6 auf 54,4 Zähler nach unten, der Dienstleistungsindex kletterte dagegen um 0,8 auf 55 Indexpunkte. Die deutsche Privatwirtschaft verzeichnete gemäß des Umfrageinstituts Markit ein solides Plus bei den Auftragseingängen, wenn es auch leicht geringer als im Vormonat ausfiel. Die gute Auftragslage und ein Anwachsen der Auftragsbestände sorgten nach Angabe der Einkaufsmanager für einen erneut beschleunigten Stellenaufbau, der nun seit ungefähr drei Jahren ungebrochen ist. An der Preisfront nimmt der Druck weiter zu. Sowohl die Einkaufs- als auch die Verkaufspreise legten weiter zu. Insgesamt lagen die Messzahlen für die Stimmung der Einkaufsmanager im November weiterhin über den durchschnittlichen Werten des bisherigen Jahresverlaufs. Gemäß der Stimmungslage könnte für das laufende Schlussquartals sogar wieder mit einer Beschleunigung des Wirtschaftswachstums in Deutschland gerechnet werden.

Eine leichte Verbesserung zeigen auch die heute veröffentlichten Zahlen für Frankreich. Zwar ging der Index für das verarbeitende Gewerbe leicht um 0,3 Indexpunkte auf 51,5 Zähler zurück. Nachdem er aber zwischen März und September unterhalb der Wachstumsschwelle verharrte, blieb er im November weiter im Wachstumsbereich. Bei den französischen Dienstleistern hellte sich die Stimmung von 51,4 auf 52,6 Punkte auf. Dadurch verbesserte sich insgesamt der umfassende Composite-Index von 51,6 auf 52,3 Zähler. Zusammenfassend steigt die Geschäftsaktivität in der französischen Privatwirtschaft, maßgeblich angeschoben durch den Dienstleistungsbereich, der in der Umfrage von steigenden Neuaufträgen und zunehmender Beschäftigung berichtete. Gemäß den aktuellen Stimmungsbarometern dürfte sich das Wirtschaftswachstum in Frankreich fortsetzen, eine leicht stärkere Dynamik ausgehend von den +0,2 Prozent Wachstum aus dem dritten Quartal wäre demnach keine Überraschung.

 

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