Arbeitslosenquote im Euro-Raum erstmals seit über sieben Jahren wieder einstellig

Der europäische Arbeitsmarkt sendet ein psychologisch wichtiges Signal: Mit 9,8 Prozent sank die Quote im Euro-Raum im Oktober auf den tiefsten Stand seit Juli 2009. Aufgrund einer Revision für den Vormonat wurde die Einstelligkeit mit 9,9 Prozent offiziell sogar schon im September erreicht. Die Rate bleibt damit im historischen Vergleich zwar weiterhin hoch, der Erholungstrend ist jedoch unübersehbar intakt. Doch nicht nur mit Blick auf den Euro-Raum als Ganzes hat sich die Lage im Oktober weiter erholt. Mit Ausnahme von Malta weist das Arbeitsmarktbild fast einheitlich in den Euroländern eine Verbesserung auf.

So verringerte sich in Deutschland die – EU-harmonisierte – Rate auf 4,1 Prozent. Damit blieb Deutschland nun bereits den 40. Monat in Folge das Euroland mit der niedrigsten Quote. Auch das vielgescholtene Frankreich vermeldete unerwartet positive Daten. Dort rutschte die Rate mit 9,7 Prozent sogar leicht unterhalb die des Euro-Raums. Hält der Positivtrend an, könnte dies dem amtierenden Präsidenten Hollande und seiner Partei bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen in die Hände spielen, denn Hollande möchte an den Erfolgen seiner Arbeitsmarktpolitik beurteilt werden. In Italien verbesserte sich die Situation am Arbeitsmarkt im Oktober leicht. Allerdings pendelt die Quote dort seit dem Oktober 2015 nahe der Marke von 10,6 Prozent seitwärts. Eine klare positive Trendwende ist damit weiterhin nicht erkennbar.

Der Ausblick für den Arbeitsmarkt im Euro-Raum zeigte sich zuletzt weiter freundlich. Laut den Umfrageergebnissen der Einkaufsmanager vom November blieb der Jobindex auf einem soliden Niveau nahe dem Fünf-Jahres Hoch. Dabei gaben die Unternehmen an, dass sie vor dem Hintergrund einer verbesserten Auftragslage und Kapazitätsengpässen ihre Nachfrage nach Arbeitskräften kurzfristig weiter erhöhen möchten. Damit notiert der Beschäftigungsindex weiterhin merklich im expansiven Bereich oberhalb der 50-Punkte Schwelle und deutet einen anhaltenden Stellenaufbau in den kommenden Monaten an.

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